Vorstandschef Ruiz verspricht kräftiges Wachstum in kommenden drei Jahren
AMD verschärft Ton gegenüber Intel

Der US-Chiphersteller AMD erhöht den Druck auf seinen Erzrivalen Intel. „In den nächsten drei Jahren wollen wir mit unseren Prozessoren einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen“, sagte AMD-Chef Hector Ruiz am Donnerstag dem Handelsblatt und ergänzte: „Das ist aber nur ein Zwischenschritt, denn wir möchten noch deutlich stärker werden.“ Intel dominiert den Markt, vier von fünf Computern weltweit enthalten Prozessoren von Intel. AMD kommt auf einen Marktanteil von 20 Prozent.

DRESDEN. AMD kämpft an vielen verschiedenen Fronten gegen die Übermacht von Intel, dem größten Chipkonzern der Erde. Einerseits hat AMD in den vergangenen Jahren technologisch stark aufgeholt. Ruiz: „Unsere Produkte kommen bei den Kunden gut an, und wir haben uns in allen Bereichen verbessert.“

Andererseits geht der Konzern aus Kalifornien vor Gericht gegen Intel vor. Das Unternehmen wirft seinem Konkurrenten vor, er missbrauche seine beherrschende Marktposition bei Prozessoren. Die sind das Gehirn der Rechner. AMD behauptet, Intel binde die Kunden durch Drohungen und Loyalitätsrabatte an sich. Noch ist offen, ob es zu einem Prozess kommen wird. Doch schon dadurch, dass AMD die Klage bei einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware eingereicht habe, sei viel bewegt worden, sagte Ruiz: „Zahlreiche Regierungen ändern ihre Ausschreibungsrichtlinien, der Wettbewerb wird fairer.“ Bislang waren weltweit in den öffentlichen Ausschreibungen ausdrücklich Intel-Produkte gefordert worden. Zuletzt hatten Österreich und Irland entsprechende Richtlinien geändert. Ein Intel-Sprecher bekräftige, sein Unternehmen habe sich immer an die Wettbewerbsregeln gehalten.

Die härteste Nuss auf dem Weg zu einem höheren Marktanteil wird AMD allerdings nicht vor Gericht knacken können. Denn der weltgrößte PC-Hersteller Dell verwendet nach wie vor exklusiv Prozessoren von Intel. „Es ist schade, dass Dell mehr auf seinen Chiplieferanten als auf seine Kunden hört“, kommentierte Ruiz. Dell sieht das ganz anders: „Wir haben nichts gegen AMD, sind aber sehr zufrieden mit Intel“, sagte jüngst der Deutschland-Chef des texanischen Konzerns, Alain Bandle.

Einen weiteren Schritt, um den Marktanteil zu erhöhen, sieht AMD-Chef Ruiz im Geschäft mit Firmen. „Wir müssen das Vertrauen der Unternehmen gewinnen.“ Viele Betriebe kaufen aus Gewohnheit Intel-Produkte, obwohl die AMD-Chips zum Teil deutlich billiger sind. „Bessere Preise alleine reichen nicht aus“, sagte Ruiz. „Wir müssen die Einstellung der Unternehmen ändern.“

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