Vorstandschef Tellenbach expandiert in Osteuropa, Benelux und Skandinavien
Medienkonzern SBS setzt auf Bezahlfernsehen

Der Fernseh- und Radiokonzern SBS Broadcasting beschleunigt seinen Expansionskurs. „Unser Interesse konzentriert sich auf mittel- und osteuropäische Länder“, sagte Vorstandschef Markus Tellenbach dem Handelsblatt.

HB AMSTERDAM. Erst vor wenigen Tagen erwarb die in Amsterdam ansässige Senderfamilie in Rumänien mehrheitlich den Fernsehkanal Prima TV und zwei Radiosender. SBS will stärker von den enormen Wachstumsraten in relativ überschaubaren Fernsehmärkten wie Rumänien profitieren. Tellenbach verspricht seinen Aktionären mittelfristig eine Umsatzrendite zwischen 20 und 25 Prozent.

„Wir sind ein Pionierunternehmen, das in der Lage ist, Sender zu gründen. An Minderheitsbeteiligungen sind wir nicht interessiert“, sagt Tellenbach, der früher den Bezahlsender Premiere und den Bertelsmann-Kanal Vox leitete. Zur Wachstumsphilosophie gehören daher nicht nur Zukäufe, sondern insbesondere die Schaffung neuer Sender.

Zuletzt hob Tellenbach den intern umstrittenen Musiksender Voice TV in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland aus der Taufe. Im Gegensatz zum Konkurrenten MTV, einer Tochter des Medienkonzerns Viacom, setzen die vier Kanäle auf lokale Musiker. Die Programme werden jeweils in der Landessprache ausgestrahlt. Bisher hat es Voice TV aber nur in Dänemark geschafft, MTV in der Publikumsgunst zu überrunden.

Gestern konnte der frühere Kirch-Manager Tellenbach mit einer eindrucksvollen Jahresbilanz aufwarten. Der Umsatz der Senderfamilie, die vor allem in Skandinavien, Benelux und Osteuropa aktiv ist, wuchs um knapp 17 Prozent auf 678 Mill. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg 2004 um knapp 43 Prozent auf 104 Mill. Euro. Die in Deutschland kaum gehandelte SBS-Aktie wurde zuletzt vom US-Versicherungsunternehmen Bear Stearnsder und von der niederländischen Bank ABN Amro, einem großen Kreditgeber des Konzerns, zum Kauf empfohlen.

Für Phantasie sorgt bei den Analysten, dass SBS nicht allein auf das werbefinanzierte Fernseh- und Radiogeschäft setzt, sondern vor allem auf das Bezahlfernsehen. „Wir wollen uns von der kompletten Abhängigkeit vom Werbemarkt weg bewegen und zu einem Gleichgewicht bei den Einnahmen aus Werbung und Subskription kommen", sagt Tellenbach.

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