Vorstandschef Zeiler verlässt sich nicht mehr allein auf das werbefinanzierte Fernsehen
RTL steigt ins Bezahlfernsehen ein

Die RTL Group will sich künftig nicht mehr allein auf das werbefinanzierte Fernsehen verlassen und steigt deshalb ins Pay-TV-Geschäft ein. Das kündigte der RTL-Vorstandschef Gerhard Zeiler im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

hps KÖLN. Erst vor kurzem Woche diskutierten die 130 RTL-Spitzenmanager hinter verschlossenen Türen im österreichischen Kitzbühel über die neue Digital-Strategie. Auf der Strategietagung sprach auch James Murdoch, Chef des höchst rentablen britischen Pay-TV-Senders BskyB. Derzeit steuert das Bezahlfernsehen Premiere in Deutschland einen Börsengang im März an.

RTL steht derzeit unter großem Druck. Besonders in Deutschland leiden die Privatsender seit vier Jahren unter einem rückläufigen plant den Einstieg ins Pay-TV in Europa. Der umsatzstärkste Kanal RTL in Köln kämpft derzeit gegen schwache Zuschauerquoten. Am vergangenen Donnerstag trennte sich Zeiler vom deutschen RTL-Geschäftsführer Marc Conrad. Sein Wunschkandidat war den Anforderungen nicht gewachsen. Nach einem Intermezzo Conrads von kaum mehr als 100 Tagen führt Zeiler seit Donnerstag wieder selbst die Geschäfte. Die RTL Group ist der wichtigste Umsatz- und Gewinnbringer des Mediengiganten Bertelsmann. Werbemarkt. Die 31 Fernsehsender und 30 Hörfunkstationen in zehn Ländern erwirtschafteten zuletzt einen Jahresumsatz von 4,452 Mrd. Euro (2003) und ein Ebita von 487 Mill.

Das Handelsblatt-Interview mit Gerhard Zeiler, Vorstandsvorsitzender der RTL Group, zum Pay-TV, Qualitätsfernsehen, Wettbewerb mit ARD und ZDF und zum Managementwechsel in Deutschland:

Handelsblatt: Herr Zeiler, als Vorstandschef des größten Fernsehkonzern in Europa sieht Sie viel unterwegs. Wenn Sie durch die TV-Programme zappen, sieht Sie da erschüttert von der miesen Qualität?

Zeiler: Ich bin nicht erschüttert von der Qualität. In den meisten Ländern, Deutschland inklusive, ist die Fernsehqualität völlig in Ordnung. Nur so lässt sich erklären, warum Millionen von Menschen einen Großteil ihrer Freizeit vor dem Fernseher verbringen.

... aber einen Qualitätsverfall wollen Sie doch nicht bestreiten?

Mit dem Fernsehen ist es wie mit dem Wetter. Schlechtes Wetter gibt es nunmal, aber es ist nicht die Regel , und es ist auch nicht schlechter als früher.

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