Wachsender Kostendruck
Gewinneinbruch bei Computerspielriese Electronic Arts

Der weltgrößte Computerspieleproduzent Electronic Arts (EA) hat einen unerwarteten Gewinneinbruch im vierten Geschäftsquartal erlitten. Auch der Umsatz ging deutlich zurück.

HB LOS ANGELES. Im Gesamtjahr war der Gewinnrückgang des Produzenten von Spielen wie „Die Sims“, „Need for Speed Underground“ oder „Battlefield“ geringer, der Umsatz erreichte sogar Rekordhöhe. Auch in Deutschland legte EA weiter zu. Von Spielen für die neue Konsolengeneration und für Mobiltelefone erhofft sich der Konzern neuen Schwung. Im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 will das Unternehmen den Umsatz auf 3,4 bis 3,5 Milliarden Dollar steigern.

Der Konzerngewinn des erfolgsverwöhnten Entertainment-Riesen schrumpfte im Ende März endenden vierten Quartal auf acht Millionen Dollar nach 90 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz ging um acht Prozent auf 553 Millionen Dollar zurück. Die Aktie reagierte darauf im nachbörslichen US-Handel mit einem Einbruch auf 46,86 Dollar von zuvor 52,90 Dollar. Enttäuschte Anleger verkauften auch Aktien anderer börsennotierter Computerspiele-Produzenten wie THQ und Activision.

Im gesamten Geschäftsjahr 2004/05 schrumpfte der Gewinn von EA auf 504 (Vorjahr: 577) Millionen Dollar, obwohl der Umsatz um sechs Prozent auf den Rekordwert von 3,129 Milliarden Dollar kletterte. In Europa stieg der Umsatz sogar um neun Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar, in Deutschland um acht Prozent.

„Wir hatten wegen einer Flut von Top-Spielen im Weihnachtsgeschäft eine Flaute im letzten Quartal, sind aber zuversichtlich für das neue Geschäftsjahr“, sagte am Mittwoch der Leiter des von Köln aus gesteuerten Zentraleuropa-Geschäfts, Jens-Uwe Intat. Wenn im Herbst die neue Generation der Konsolenspiele komme, die bereits rund 60 Prozent zum Gesamtumsatz von EA beitragen, stehe das Unternehmen mit neu entwickelten Spielen bereit.

Unter anderem will EA 15 bis 20 Spiele allein für Mobiltelefone anbieten, deren Umsatzpotenzial das Unternehmen auf bis zu 25 Millionen Dollar pro Jahr schätzt. „Handyspiele werden kommen, aber die Sparte entwickelt sich wegen der sehr unterschiedlichen technischen Plattformen langsam“, prophezeite Intat. Die Entwicklung von Computerspielen werde immer teurer, begründete er den Ergebniseinbruch im abgelaufenen Quartal. Die Kosten für Forschung und Entwicklung seien 2004/05 um 24 Prozent gestiegen.

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