Wachstum außerhalb Deutschlands
Telekom sucht in den USA ihr Heil

Der Telekom laufen in Deutschland die Kunden weg, speziell im Festnetz. Um die wirtschaftlichen Folgen des Exodus' aufzufangen, versucht der ehemaligen Monopolist, nun stärker im Ausland zu wachsen – vor allem im US-amerikanischen Mobilfunkmarkt. Die Deutschen will das Unternehmen mit einer Serviceoffensive wieder für sich gewinnen.

DÜSSELDORF. „Wir entwickeln T-Mobile USA zur größten Geschäftseinheit der Deutschen Telekom im Endkundenmarkt“, sagte Konzernchef Kai-Uwe Ricke. Der US-Mobilfunkmarkt sei viermal so groß wie der deutsche und werde bis 2010 mit mehr als sechs Prozent jährlich wachsen.

Ricke hat dem Aufsichtsrat eine neue Strategie vorgestellt, mit der er die Telekom aus der Krise führen will. Bereits im zweiten Quartal war der Konzern nur noch im Ausland gewachsen und im Inland in allen drei Geschäftsfeldern geschrumpft. Ricke musste deshalb seine Prognose für Erträge und Erlöse für das laufende und das kommende Jahr deutlich senken.

T-Mobile USA war bereits in der Vergangenheit der einzige Wachstumstreiber des Konzerns. Die Telekom-Tochter ist dort mit einem Marktanteil von elf Prozent allerdings der kleinste Anbieter unter den amerikanischen Riesen. Jetzt bietet die Telekom aber in einer Auktion für neue Mobilfunklizenzen in den USA. Nach den bisherigen Geboten zeigt sich, dass T-Mobile etwa 4,2 Mrd. Dollar (3,3 Mrd. Euro) für 116 Einzel-Lizenzen ausgeben wird.

Rettungsplan

Die Konzentration auf T-Mobile USA ist Teil eines Sieben-Punkte-Programms, das Ricke am Wochenende dem Aufsichtsrat vorgestellt hat. Dazu gehören auch Preisreduzierungen, um die anhaltenden Umsatz- und Kundenverluste in Deutschland zu stoppen. Zudem will die Telekom durch eine neue Netzstruktur, die ausschließlich auf dem Internet-Protokoll (IP) basiert und deutlich weniger Wartung benötigt, Kosten von einer Mrd. Euro jährlich sparen. Darüber hinaus will Ricke mit neuen Diensten wie Internet-Fernsehen oder mobilem Surfen bis 2010 einen Umsatz von „weit über einer Milliarde Euro“ erzielen. „Das Ziel ist klar formuliert: Wir wollen Europas Telekommunikationsunternehmen Nummer eins sein – und zwar nicht nur wie heute nach Umsatz, sondern künftig auch nach Ertrag“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Der Aufsichtsrat hat seinen Plan zwar abgesegnet. Aus Kreisen des Gremiums war jedoch zu hören, dass Ricke nicht alle Zweifel zerstreuen konnte. So würden Preissenkungen womöglich zu noch größeren Umsatzverlusten führen, hieß es. Ricke dagegen hofft, dass die Kunden für denselben Betrag mehr Dienste abonnieren – und damit den Umsatz stabil halten und nicht mehr zur Konkurrenz wechseln. Es sei aber sehr schwer, das Nutzerverhalten zu verändern, lauten Bedenken aus Kreisen des Aufsichtsrates. Schließlich sei das Telefonverhalten der Deutschen seit Jahren konstant.

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