Wachstum wird gedämpft
Euro-Stärke belastet Chiphersteller

Der Höhenflug des Euro wird nach Ansicht des Branchenverbands ZVEI das Wachstum der deutschen Halbleiterhersteller im laufenden Jahr dämpfen.

Reuters FRANKFURT. Angesichts des hohen Anteils in US-Dollar abgerechneter Geschäfte würden die Wechselkursveränderungen nun vor allem bei den Volumina der Auftragseingänge sichtbar, teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) am Montag in Frankfurt mit. „Dies wird das erwartete Wachstum (in Euro) deutlich dämpfen.“ Nach einem voraussichtlich schwachen Sommer sei erst wieder im vierten Quartal mit einer Verbesserung zu rechnen.

Der deutliche Anstieg des Euro-Wechselkurses wirkt sich negativ auf die Umsatzbilanz der Konzerne aus. Selbst wenn ein Chiphersteller in Dollar gerechnet Erlöszuwächse verzeichnet, werden diese zumindest teilweise durch die Währungsverluste bei der Umrechnung in Euro aufgezehrt. Ohnehin verteuert der starke Euro im internationalen Wettbewerb die Ausfuhren der hiesigen Unternehmen. Erst vor rund einem Monat hatte der Euro mit 1,1932 Dollar den höchsten Stand seit der Einführung erreicht. Seither hat die Währung aber wieder knapp sieben Cent an Wert verloren.

Die Prognose des ZVEI kommt nur wenige Tage vor Beginn der Berichtssaison in der seit zwei Jahren krisengeschüttelten Halbleiterbranche. So wird Europas zweitgrößter Chiphersteller Infineon am Dienstag kommender Woche seine Zahlen für das abgelaufene Quartal veröffentlichen. Branchenprimus Intel wird bereits in der Nacht zum Mittwoch berichten.

Im Juni schlug sich die Euro-Stärke nach Angaben des ZVEI bereits deutlich in der Entwicklung des Auftragseingangs nieder. Das Verhältnis der Auftragseingänge zum Umsatz sei nach vorläufigen Zahlen auf 0,89 nach 0,91 im Mai gesunken. Damit standen jedem umgesetzten Euro nur 89 Cent an neuen Aufträgen gegenüber. In den ersten drei Monaten waren noch Werte von über eins verzeichnet worden.

Der Branchenumsatz mit Halbleitern in Deutschland sank im Juni dem ZVEI zufolge im Vergleich zum Mai geringfügig, lag aber immer noch um sechs Prozent über dem Vorjahresmonat.

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