Wachstumsschub in 2006
Kinobranche setzt auf ältere Besucher

Die deutschen Filmtheater erwarten nach den enttäuschenden Besucherzahlen bis November noch einen Besucheransturm in einem „heißen Kinowinter, wie man ihn selten erlebt hat“.

HB BERLIN. Der Aufschwung habe mit „Harry Potter und der Feuerkelch“ „grandios angefangen“, sagte Johannes Klingsporn vom Verband der Filmverleiher am Dienstag in Berlin. „Jetzt geht es mit den „Chroniken von Narnia“ und „King Kong“ Schlag auf Schlag weiter.“ Für 2006 erwarten die Filmtheater einen weiteren Wachstumsschub auch mit deutschen Filmen.

„2006 wird ein hervorragende Kinojahr“, sagte der Geschäftsführer des Verbands der Filmverleiher, Johannes Klingsporn, am Dienstag in Berlin.

Im November lag der Umsatz laut Verband mit 56,6 Millionen Euro drei Millionen Euro höher als im Vorjahresmonat. Mit Filmen wie „Harry Potter und der Feuerkelch“ habe der Winter grandios begonnen. Der Streifen um den Zauberschüler lockte am ersten Wochenende fast drei Millionen Zuschauer in die Säle, so viele wie kein Film seit Beginn der Zählung in den 80er Jahren.

Durch „King Kong“ und andere Filmen gehe es Schlag auf Schlag weiter. 2005 werde für die Branche trotz des schwachen Besucherzustroms in den ersten Monaten nicht zu den schlechtesten Jahren zählen. Für das Gesamtjahr erwartet der Verband aber dennoch ein Zuschauerminus von bis zu 20 Prozent.

Als neuen Markt haben die Kinos die Älteren entdeckt.

Zwischen 1994 und 2004 habe sich die Zahl der Besucher über 50 Jahre fast verdreifacht. Mit speziellen Angeboten wie filmbezogenen Lesungen sollen die älteren Kinofans angesprochen werden. Bei den jungen Kunden stehen die Lichtspielhäuser nach eigener Einschätzung in einem harten Konkurrenzkampf zu Spielekonsolen, Raubkopien und dem Internet.

Als wichtiges Zukunftsthema sieht die Kinobranche die Digitalisierung der 4860 Leinwände in Deutschland. „Wir gehen davon aus, dass dies ein Prozess ist, der sich über mehrere Jahre hinziehen wird“, erläuterte Klingsporn. Verleiher und Kinobetreiber haben sich auf einen technischen Standard geeinigt. Nun suchen die Beteiligten nach Geschäftsmodellen für eine verträgliche Finanzierung der notwendigen Investitionen.

Auf rund 80.000 Euro bezifferte der Vorstandsvorsitzende des Verbands HDF Kino, Thomas Negele, die Kosten für die Einrichtung eines digitalen Saales. Es müsse verhindert werden, dass wie einst bei den Multiplexen sinnlos gebaut werde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%