Wächter über den Zufall
Der Casino-Geheimdienst

Niemand soll den Zufall schlagen: Das Hightech-Casino Aria in Las Vegas überwacht jeden Winkel per Kamera, damit kein Zocker die Bank überlistet. Ein Besuch beim Casino-Geheimdienst in der Hauptstadt des Glücksspiels.
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Las VegasTed Whiting hat etwas gegen Dunkelheit. Auch das Halbdunkel mag er nicht. Im schummrigen Licht versagen seine wichtigsten Helfer: Kameras.

Whiting hat auf seiner Visitenkarte den Titel Director of Surveillance: Er ist Überwachungschef im Aria, dem wohl modernsten Casino in der Spielerstadt Las Vegas. Der Security-Boss und seine Hilfssheriffs passen auf, dass niemand beim Blackjack, Roulette oder am einarmigen Banditen dem Zufall ein Schnippchen schlägt. In einem stillen Kontrollraum unter der blinkenden, klingelnden Welt der Automaten und Spieltische beobachten sie auf einer Wand mit dutzenden Monitoren das Geschehen von oben. „Der Feind einer Kamera“, sagt Whiting also, „ist schlechtes Licht.“

Der Betrug ist so alt wie das Glücksspiel. Deswegen investieren die Casinos in aller Welt enorme Summen, um Kartenzählern und Spielern mit Assen im Ärmel auf die Spur zu kommen. Allerdings reden die Betreiber ungern über ihre Sicherheitssysteme, mehrere Spielbanken in Las Vegas lehnten ein Interview ab. Sie wollen mögliche Betrüger nicht auf dumme Gedanken bringen.

Ted Whiting ist da offenherziger – aus Kalkül. Seine Botschaft an die Spieler soll lauten: Wir sehen euch. Und wenn ihr betrügt, dann kriegen wir euch.

Das 2009 eröffnete Aria ist einer der modernsten Hotelkomplexe an der Zockermeile Las Vegas Boulevard, den die Einheimischen schlicht „Strip“ nennen. Das gilt für die Zimmer in den geschwungenen Doppeltürmen aus Stahl und Glas, in denen Vorhänge und Klimaanlage vollautomatisch gesteuert werden. Erst recht gilt das für das Überwachungssystem im weitläufigen Casino.

Dafür hat Chef-Schnüffler Whiting gesorgt, schon vor der Eröffnung. Beim milliardenteuren Bau des Komplexes passte er darauf auf, dass in den Spielsälen an den richtigen Stellen Lampen eingebaut wurden, damit seine Kameras später auf gut beleuchtete Roulette- und Pokertische blicken konnten. Anders als in vielen älteren Kasinos, in denen die Bilder wenig zeigen. „Wir kriegen nicht jeden Betrüger, aber mehr als alle anderen“, sagt Whiting, der auch schon als Kellner, Kartengeber und Casino-Kassierer gearbeitet hat.

An diesem Freitagnachmittag ist Stoßzeit für den Casino-Geheimdienst: Flugzeuge mit Wochenendbesuchern landen im Minutentakt in der Party- und Zockerstadt. Die Touristen wollen feiern, sich zwei oder mehr Drinks genehmigen trinken, tanzen, Celine Dion oder den Cirque du Soleis in einer der vielen Shows bewundern. Und fast alle werden wenigstens ein paar Dollar beim Glücksspiel riskieren. An den Tischen mit den hohen Einsätzen setzen die Profi-Zocker sogar Tausender. Unten im Keller starren sieben der 21 Überwacher auf die Bildschirme an der Wand. Sie haben 2.000 Automaten und 145 Spieltische des Casinos im Blick.

Kommentare zu " Wächter über den Zufall: Der Casino-Geheimdienst"

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  • Wer die einschlägigen Roulette-Bücher von Basieux gelesen hat, kann über den Artikel nur schmunzeln. Fragt sich halt immer, wer ist innovativer: der intelligente Spieler oder das Casino ?

  • übrigens: wer Karten zählt beim BlackJack ist kein Betrüger, sondern nur ein Spieler der sein Hirn gebraucht, was aber Casinos gern verbieten....das muß man sich wirlich so vorstellen: Denken verboten im Casino!!

  • @ Skeptiker

    Sie können Gift darauf nehmen, dass die Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley, Merrill Lynch und Co. ganz genau wissen, wie ihr Depot aussieht.

    Auch wissen die in etwa, wie Sie handeln werden.
    Was Amazon kann (weiß was Sie kaufen werden), das können die Banken schon lange.

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