Wagniskapital
Was der Siemens so braucht

So wie der Name Siemens allgegenwärtig ist, so wenig bekannt ist die Risikokapitaleinheit des Weltkonzerns Siemens. Mit einem investierten Kapital von gut 700 Mill. Euro gehört sie zu den 20 größten Wagniskapital-Firmen der Welt.

MÜNCHEN. Im Geschäftsfeld des Physikers Ralf Schnell ist Diskretion Teil des Geschäftsmodells; Öffentlichkeit ist für den Chef von Siemens Venture Capital (SVC) eine zweischneidige Angelegenheit. „Wir verraten unsere Projekte nicht“, sagt er. Es bleibt sein Geheimnis, welches das nächste große Engagement seines Hauses sein wird. Eines aber ist sicher. Er wird einen Teil seines Millionenbudgets in den nächsten Jahren in Fernost investieren, vor allem in China und Indien.

So wie der Name Siemens allgegenwärtig ist, so wenig bekannt ist die Risikokapitaleinheit des Weltkonzerns. Dabei ist Siemens Venture Capital Unternehmensangaben zufolge nach Intel die zweitaktivste VC-Company aus dem Industriesektor. Mit einem investierten Kapital von gut 700 Mill. Euro gehört sie zu den 20 größten Wagniskapital-Firmen der Welt (siehe am Ende des Artikels "Geld für die Gründerzeit").

„Wir verstehen uns als Katalysator für Siemens“, sagt Schnell. Seine Unternehmenseinheit bringe die Marktsicht aus dem Start-up-Umfeld in den Konzern hinein. So werde Venture Capital für den großen Konzern zu einem „Innovationstool“. „Was tut der Siemens, und was braucht der Siemens?“, das seien die zentralen Fragen in seinem Geschäft, sagt er. „Der Siemens“, sagt Schnell. Da klingt der Familiengeist an, der bis heute zu den Erfolgsfaktoren von Siemens zählt .

Von den insgesamt sieben Firmen, die Siemens VC im vergangenen Jahr verkauft hat, gingen immerhin zwei an den Mutterkonzern: Myrio aus Kirkland im US-Bundesstaat Washington, ein Softwareanbieter für Video-Anwendungen auf Internet-Basis, und die kalifornische Chantry Networks, die Sicherheitslösungen für Funknetze (WLAN) entwickelt. Andere Käufer von Start-ups, die Siemens begleitet hatte, waren Avaya, Oracle oder Juniper Networks.

Für Schnell ist das ein Indikator für den Erfolg des hauseigenen Investmentmodells. Schön für Siemens, dass nicht nur Innovationen, neue Produkte und Techniken, bei der Arbeit von Schnell und seinen inzwischen gut 30 Leuten herausspringen, sondern auch noch Geld. Siemens VC, erinnert der Chef, habe auch eine finanzielle Zielsetzung. Das Haupthaus erwartet eine Mindestrendite von 15 Prozent. Kann er die liefern? „Wir liegen deutlich darüber“, sagt der promovierte Physiker selbstbewusst. Der Bereich ist demzufolge organisatorisch direkt der Zentralabteilung Corporate Finance des Finanzchefs zugeordnet.

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