Walt Disney Neue „Star Wars“-Trilogie begeistert Anleger

Erhöhter Konkurrenzdruck und ein maues TV-Geschäft haben Disney ein enttäuschendes Quartal beschert. Künftig setzt der Konzern daher voll auf Streaming und neue „Star Wars“-Filme. Das schickt die Aktie nach oben.
Update: 10.11.2017 - 11:11 Uhr Kommentieren

„Ich mache es wie George Lucas“

„Ich mache es wie George Lucas“

Los AngelesDisney will seine Geldmaschine „Star Wars“ mit einer komplett neuen Trilogie in die Zukunft bringen. Die Filme sollen unabhängig von der Skywalker-Saga sein und komplett neue Charaktere vorstellen. Zum Erscheinungsdatum gab es noch keine Angaben. Die Ankündigung und konkretisierte Pläne für einen eigenen Streaming-Dienst machten den Anlegern Mut, nach dem die Zahlen für das vergangene Quartal schwächer als erwartet ausfielen.

Für die neue Trilogie wurde Rian Johnson verpflichtet, der bereits Regie beim jüngsten Teil „Die letzten Jedi“ führte, der Mitte Dezember in die Kinos kommt. „Star Wars“ ist seit dem Debüt der Reihe in den 70er Jahren ein verlässlicher Zuschauermagnet und bringt auch viel Geld mit Spielzeug und Fanartikeln ein. Disney kaufte die dahinter stehende Produktionsfirma Lucasfilm dem „Star-Wars“-Schöpfer George Lucas 2012 für rund vier Milliarden Dollar ab.

Die „Star-Wars“-Neuigkeiten vertrieben an der Börse den Frust über die enttäuschenden Quartalszahlen. In den drei Monaten bis Ende September fielen die Erlöse im Jahresvergleich um drei Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar (11,0 Mrd Euro), wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Der Überschuss sank um ein Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar.

Während es für Disneys Themenparks weiter rund lief, spielten die Kabel- und TV-Sparte um den kriselnden Sportsender ESPN sowie das Filmgeschäft deutlich weniger Geld ein. Analysten hatten mit erheblich besseren Ergebnissen gerechnet. Am Markt sorgten die Zahlen zunächst für schlechte Stimmung, die Aktie büßte nachbörslich zunächst 3,4 Prozent ein. Die Ankündigung der neuen „Star Wars“-Trilogie ließ den Kurs wieder ins Plus drehen.

Die unglaublichen Rekorde der Kultfilme
Erfolgreichste Filmreihe
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Star Wars ist die kommerziell erfolgreichste Filmserie der Geschichte. Vor 40 Jahren, am 25. Mai 1977 kam der erste Film in die Kinos. Allein bis 2012 wurden inklusive der Kinotickets geschätzte 24 Milliarden Euro eingenommen.

Internationale Begeisterung
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„Episode III: Die Rache der Sith“ lief zum Kinostart gleichzeitig in 115 Ländern an – Weltrekord.

Macht der Vorfreude
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Kein anderer Trailer eines Films wurde gleich am ersten Tag so oft gesehen wie der zu „Das Erwachen der Macht“. 30,65 Millionen Menschen sahen ihn sich im April 2015 auf Youtube an.

„Das Erwachen der Macht“
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Auch sonst ließ „Das Erwachen der Macht“ kaum einen Superlativ aus. In den Kinos spielte er weltweit gut zwei Milliarden US-Dollar ein und damit fast soviel wie „Titanic“ und „Avatar“. In den USA ließ er die beiden Blockbuster sogar deutlich hinter sich.

Richtig (Kino-)Kasse gemacht
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Insgesamt spielten die Star-Wars-Filme bisher weltweit etwa 6,6 Milliarden US-Dollar ein.

Reicher Autor
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Niemand wurde durch eine Filmreihe so reich wie Star-Wars-Erfinder George Lucas (r.). Statt sich für den ersten Streifen ein Honorar auszahlen zu lassen, sicherte er sich die Rechte an den Fortsetzungen und den Merchandising-Artikeln. 2012 verkaufte er seine Produktionsfirma Lucasfilm an Disney für vier Milliarden US-Dollar. Das Forbes-Magazin schätzte sein Vermögen 2016 auf 4,9 Milliarden Dollar.

Ausgezeichneter Filmkomponist
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Star-Wars-Komponist John Williams (l.) ist der lebende Mensch mit den meisten Oscar-Nominierungen: 50 an der Zahl. Fünfmal gewann er, darunter 1978 für den ersten Star-Wars-Soundtrack.

Konzernchef Robert Iger kündigte zudem den Start des eigenen Streaming-Dienstes von Disney für die zweite Jahreshälfte 2019 an. Disney kämpft mit Rivalen wie Netflix oder Amazon.com, die mit Streamingdiensten dem klassischen Kabelfernsehgeschäft Konkurrenz machen. In dem eigenen Streaming-Dienst werde es exklusiv neue Serien zu erfolgreichen Disney-Reihen wie „Star Wars“, „Die Monster AG“ der Tochterfirma Pixar oder „High School Musical“ geben. Auch Disney-Filme sollen ab 2019 nicht mehr auf Netflix, sondern im eigenen Dienst zu sehen sein. Dieser soll deutlich günstiger als der Rivale sein, weil man auch weniger Inhalte im Angebot haben werde, sagte Iger.

Die Spekulationen, Disney wolle dem Rivalen 21st Century Fox große Konzernteile abkaufen, wurden im Quartalsbericht nicht kommentiert. Der US-Sender CNBC hatte am Montag unter Berufung auf eingeweihte Kreise über entsprechende Verhandlungen berichtet. Die Gespräche sollen allerdings schon wieder beendet worden sein.

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  • dpa
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