Warner Music weitet Verlust im Quartal aus
Musikbranche hat es nicht leicht

Wegen Kosten im Zusammenhang mit dem vor gut drei Monaten erfolgten Börsengang hat US-Musikkonzern Warner Music den Verlust im vergangenen Quartal ausgeweitet. Und auch die deutsche Musikbranche hat zu kämpfen.

HB NEW YORK. Unterm Strich habe Warner Music ein Minus von 179 Mill. Dollar im dritten Quartal seines Geschäftsjahres verbucht, teilte der Konkurrent der japanischen-deutschen Sony BMG am Donnerstag mit. Vor einem Jahr hatte der Verlust 91 Mill. Dollar betragen. Ohne Einmaleffekte hätte das Minus den Angaben zufolge in den drei Monaten bei 35 Mill. Dollar oder 27 Cent je Aktie gelegen. Die Erlöse kletterten jedoch um zwei Prozent auf 742 Mill. Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit gut 20 Mill. Dollar weniger gerechnet. Der Umsatz legte dank Hits von Gruppen wie Green Day zu.

Parallel muss die deutsche Musikbranche trotz anziehender CD-Verkäufe im Handel weiter für die erhoffte Stabilisierung ihres Geschäfts kämpfen. Im ersten Halbjahr sank der Tonträgerabsatz um 9,9 % auf 68,7 Mill. Stück, wie die Phonoverbände am Donnerstag mitteilten. Dabei gewannen CD-Alben in den Plattenregalen mit 48,4 Mill. aber erstmals wieder dazu (plus 4,4 %). Die Zahl heruntergeladener Songs aus dem Internet übertraf mit rund 8,5 Mill. bereits die Menge des gesamten Vorjahres. Einbußen gab es dagegen bei Kassetten, Singles und CD-Sonderzusammenstellungen.

Für das Gesamtjahr zeichne sich trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen eine Stabilisierung des Tonträgermarktes ab, sagte der Vorsitzende der Phonoverbände, Gerd Gebhardt, der dpa in Berlin. „Ich glaube, dass wir jetzt den Bodensatz erreicht haben.“ Er gehe davon aus, dass „2005 zum zweiten Mal in Folge nach 2004 nur noch ein leichtes Minus bei Umsatz und Absatz stehen wird.“ Nach mehreren Jahren mit drastischen Rückgängen war die Zahl der Tonträger aller Art 2004 noch um 2,6 % auf 178,5 Mill. Stück gesunken.

Ein positives Zeichen sei, dass sich im ersten Halbjahr beim lange rückläufigen CD-Verkauf im Handel „eine Tendenz nach oben zeigt“, sagte Gebhardt. Neuveröffentlichungen und ein guter Absatz deutscher Künstler wie Juli, Silbermond oder Nena hätten das Geschäft belebt. Einbußen seien eher bei margenschwächeren Formaten zu verzeichnen gewesen. So ging die Zahl der Sonder-CDs, die eigens für Firmen wie etwa Imbissketten produziert werden, von 6,7 Mill. auf 2,6 Mill. zurück. Auch Kassetten und Singles verloren beim Absatz je zwei Mill. Stück.

Große Erwartungen setzt die Branche in den weiter stark wachsenden Markt kostenpflichtiger Angebote zum Herunterladen von Musik aus dem Internet. Bis zum Jahresende werde sich die Zahl der 6,7 Mill. Downloads im Jahr 2004 voraussichtlich verdoppeln, sagte Gebhardt. „Wir haben das zweite Halbjahr noch vor uns, in dem das Geschäft besonders im Dezember auch durch Neuheiten noch stärker wird.“

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