Warnung an Aktionäre
Telekom Austria erwartet hohe Verluste

Die bulgarische Tochter macht Probleme, die Kapitalkosten sind höher als gedacht: Telekom Austria muss 400 Millionen Euro abschreiben. Die Aktionäre sollten sich schon mal auf hohe Verluste einstellen.
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WienDie Telekom Austria hat ihre Investoren für das laufende Geschäftsjahr auf hohe Verluste eingestellt. Wegen schlechterer Aussichten für die bulgarische Tochter Mobiltel und höherer Kapitalkosten müsse der Konzern dort insgesamt 400 Millionen Euro abschreiben, teilte die Firma am Mittwoch mit. Das werde bereits zum Halbjahr negativ auf den Nettogewinn sowie das Eigenkapital durchschlagen. Auch im Gesamtjahr dürfte das Übernahmeziel des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim damit rote Zahlen schreiben: Analysten hatten - ohne die Abschreibung - zuletzt einen Jahresgewinn von gut 130 Millionen Euro erwartet. Dennoch bekräftigte das Unternehmen seine Dividendenprognose von fünf Cent je Aktie für 2014.

Die Abschreibung kommt kurz vor der heißen Phase in dem noch bis 10. Juli laufenden Übernahmeangebot Slims für die Telekom Austria. Er möchte über seinen Konzern America Movil bis zu 51 Prozent der Aktien kaufen und bietet 7,15 Euro je Papier. Die Telekom-Austria-Aktie ging am Mittwoch 0,2 Prozent schwächer bei 7,09 Euro aus dem Handel.

Die Telekom begründete den massiven Wertverlust zum einen mit schlechteren Aussichten für den bulgarischen Markt. Dieser Effekt mache etwa die Hälfte der Abschreibung aus. Ohne strukturelle und politische Reformen werde das Wirtschaftswachstum in dem Land - dem zweitwichtigsten Markt für den Konzern nach Österreich - schwach bleiben. "Die Erwartung des Managements, dass sich die Region mittelfristig erholen wird, ist somit nicht länger haltbar", hieß es in der Mitteilung.

Die zweite Hälfte der Wertminderung führte die Firma auf höhere Kapitalkosten zurück: Sie seien durch die volatile Entwicklung der Telekom-Aktie im Vergleich zum vierten Quartal 2013 um ein Fünftel gestiegen - was sich ebenfalls negativ auf den Firmenwert der bulgarischen Tochter ausgewirkt habe. Dieser liege nach der Abschreibung noch bei 680 Millionen Euro, sagte ein Sprecher.

Andere südosteuropäischen Töchter der Telekom sind von den Schritten nicht betroffen. Der Konzern ist neben Bulgarien auch in Kroatien, Weißrussland, Mazedonien, Slowenien und Serbien vertreten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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