Warnung vor schwächerem Geschäft 2008: Spitzenwechsel und Enttäuschung bei Ebay

Warnung vor schwächerem Geschäft 2008
Spitzenwechsel und Enttäuschung bei Ebay

Ebay bestätigte am Mittwoch nach Börsenschluss, dass die langjährige Chefin Meg Whitman Ende März ihr Amt an den bisherigen Leiter des Auktionsgeschäftes, John Donahoe, abgeben wird. Gleichzeitig veröffentlichte das Auktionshaus als erster der großen Internet-Standardwerte gute Ergebnisse für das vierte Quartal und Gesamtjahr 2007. Die schwache Prognose für das laufende Jahr sorgte allerdings für eine kalte Dusche.

SAN FRANCISCO. Ein starkes Weihnachtsgeschäft, gute Ergebnisse der Internet-Bezahltochter Paypal sowie Währungsgewinne durch den schwachen Dollar bescherten Ebay im vierten Quartal einen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 2,18 Mrd. Dollar. Der Reingewinn einschließlich Einmalposten wuchs um 53 Prozent auf 531 Mill. Dollar oder 39 Cents pro Aktie. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn 45 Cents pro Anteil. Laut Thomson Financial erwarteten Analysten im Schnitt einen Gewinn ohne Einmalposten von 41 Cents pro Aktie und einen Umsatz von 2,14 Mrd. Dollar.

Angesichts der grassierenden Rezessionsangst wirkte Ebays vorsichtige Prognose für das laufende Jahr wie eine kalte Dusche. Das Auktionshaus rechnet für das laufende Quartal mit rund zwei Milliarden Dollar Umsatz und erwartet für das Gesamtjahr mit 8,5 bis 8,75 Mrd. Dollar Erlösen deutlich weniger als Analysten. Als Folge brach der Kurs, der im regulären Handel kräftig zugelegt hatte, deutlich ein. Er liegt mit rund 29 Dollar um fast ein Drittel unter seinem Hoch vom vergangenen Oktober.

Ebays zentrales Auktionsgeschäft buchte im vierten Quartal mit plus 21 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar einen deutlich höheren Erlöszuwachs als im Vorquartal. Über Erwarten gute Ergebnisse lieferte wiederum Paypal ab, deren Umsatz im Quartal um gut ein Drittel auf 563 Mill. Dollar zunahm. Die Internet-Telefontochter Skype, für die Ebay im vergangenen Jahr 1,4 Mrd. Dollar abschrieb, verzeichnet mittlerweile über 270 Mill. Nutzer. Trotz einer Steigerung um gut drei Viertel war ihr Erlösbeitrag im vierten Quartal mit 115 Mill. Dollar allerdings weiter gering.

Im vergangenen Jahr buchte Ebay insgesamt einen Umsatzzuwachs um 29 Prozent auf knapp 7,7 Mrd. Dollar. Wegen der hohen Abschreibung für Skype buchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 778 Mill. Dollar. Der Gewinn ohne Einmalposten nahm dagegen um 41 Prozent auf 2,1 Mrd. Dollar zu. Whitman, die drittgrößte Aktionärin von Ebay, wird nach ihrem Ausscheiden als CEO in den Verwaltungsrat einrücken.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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