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22.12.2006 

Die Unternehmen werden nicht mal wissen, in welchen Ländern mit welchen Gesetzen die Server mit ihren Daten stehen. Brauchen wir neue gesetzliche Rahmenbedingungen?

Das Schlimmste für Google als globalem Service wären 500 verschiedene Gesetze oder so. Aber es gibt wichtige Entwicklungen wie die Europäische Datenschutzinitiative. Google würde ganz klar von weltweiten Standards im Datenschutz profitieren. Die Europäische Union insgesamt macht da meiner Meinung nach übrigens wirklich gute Arbeit. Aber solange halten wir uns natürlich selbstverständlich an alle nationale Gesetze.

Was sagen Sie einem Jungunternehmer, wie er heute schon vom Web 2.0 profitieren kann?

Wenn ich ein tolles neues Produkt hätte, wäre heute Google der erste Vertriebsmitarbeiter, den ich einstellen würde. Wenn es gut läuft, würde ich noch Yahoo dazunehmen und erst danach käme der erste menschliche Verkäufer. Die Logik für kleine und mittelständische Unternehmen ist heute eine völlig andere. Es ist wesentlich kosteneffizienter, zuerst die Internetwerbung zu maximieren und dann menschliche Ressourcen aufzubauen.

Heißt das, man braucht keine Vertriebsleute mehr?

Nein, das heißt es nicht. Die Frage ist nur, wann. Im zukünftigen Businessmodell dreht sich alles darum, Aufmerksamkeit zu bekommen. Jeder will ihre Aufmerksamkeit. Wer eine wichtige Information hat, hat im alten System zum Beispiel eine PR-Agentur beauftragt, die die Nachricht dann an einige Medien weiterleitet. Im neuen Model nutzt ein anderer das Internet und versuchen auf einen Schlag Millionen zu erreichen. Und die Leute denken „Wow, das ist die tolle Marke“ – selbst wenn der andere das bessere Produkt hat. Das ist wirklich ein echter Unterschied.

Welche Anbieter werden davon profitieren?

Google ist nur eines der Unternehmen, die profitieren werden. Alle haben ihre Modelle am Start, noch ist alles offen. Die Nutzer werden entscheiden.

Ein Rennen gegen Microsoft?

Auch gegen Microsoft, aber nicht nur. Da sind noch Yahoo und viele andere. Der Wettlauf um das erfolgreichste Modell für Cloud-Computing hat gerade erst begonnen. Ein Kampf, den wir übrigens gewinnen können.

Google hat die Führungsposition bei Suchwortwerbung inne. Wie wollen sie diese Führungsposition auf Web-Gemeinschaften wie Myspace oder Youtube erweitern?

Wir lernen noch. Wir haben einen sehr weit reichenden Vertrag mit der News Corp (Anm.: Besitzer von „Myspace.com“) abgeschlossen und entwickeln Technologien, um mit Werbung auf Myspace Geld verdienen zu können. Aber das wird alles noch dauern.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Wird Youtube wie Napster enden?

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