Warum die Deutsche Telekom ihre US-Mobilfunktochter noch braucht
Sommertheater um T-Mobile

Die Telekom wähnte sich bereits im ruhigen Sommerloch. Doch dann brachte gestern das Gerücht, die amerikanische Mobilfunktochter T-Mobile USA stehte zum Verkauf, frischen Wind in die träge Sommerschwüle.

Die Telekom wähnte sich bereits im ruhigen Sommerloch. Klares Indiz dafür waren die zuletzt stark steigenden Presseanfragen nach Telefonhäuschen – einem Segment, das nicht gerade zum zukunftsträchtigsten Geschäft des Bonner Konzerns gehört. Doch dann brachte gestern das Gerücht, die amerikanische Mobilfunktochter T-Mobile USA stehte zum Verkauf, frischen Wind in die träge Sommerschwüle.

Vordergründig hat die Überlegung Charme: In den USA steht für die Mobilfunkanbieter demnächst der Kauf von UMTS-Lizenzen an. Die Versteigerung dieses neuesten Standards in Europa hat gezeigt, dass er die Unternehmen leicht mehrere Milliarden Euro kosten kann. T-Mobile USA steht als viertgrößter Anbieter jenseits des Atlantiks mit nur zehn Prozent Marktanteil vor der Frage, ob sich der teure Lizenzerwerb dafür rechnet.

Die Telekom hält sich vorerst bedeckt. Das muss aber keine stillschweigende Bestätigung der Gerüchte sein. Im Gegenteil: Es spricht noch wesentlich mehr dafür, die US-Tochter zu behalten. T-Mobile USA verzeichnet derzeit das größte Wachstum im gesamten Telekom-Konzern. Im ersten Quartal dieses Jahres legte der Umsatz der US-Tochter um 27 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu – das entspricht 18 Prozent vom gesamten Umsatz der Telekom. Überdies verhilft T-Mobile USA den Bonnern zu deutlich höheren Wachstumsraten, als ausländische Konkurrenten wie beispielsweise die holländische KPN vorzuweisen haben.

In den gesättigten westeuropäischen Mobilfunkmärkten ist ein Umsatzplus wie in den USA ohnehin schon lange nicht mehr zu erzielen. In Deutschland, dem wichtigsten Umsatz- und Gewinnbringer der Telekom, schrumpft das Festnetz- und Mobilfunkgeschäft des Konzerns sogar: Der Umsatz von T-Mobile sank im ersten Quartal 2005 um 2,2 Prozent. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch in Großbritannien, dem zweitgrößten Mobilfunkmarkt der Telekom: Dort büßte das Unternehmen mehr als zehn Prozent vom Umsatz ein. Warum also sollten die Bonner mit T-Mobile USA ihr bestes Pferd im Stall verkaufen?

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