WDR stellt sich Kritik
„Unerhört, ungebildet und unhöflich“

Sonst kritisiert der WDR selbst, gestern Abend war es mal anders herum. Der neue WDR-Intendant Tom Buhrow stellte sich der Kritik seiner Zuhörer und Zuschauer – öffentlich. Es ging um die Daseinsberechtigung des Senders.
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Köln„Unerhört, ungebildet und unhöflich“ sei es, dass der Name des Komponisten Mendelssohn Bartholdy immer wieder falsch von WDR-Moderatoren ausgesprochen werde - so lautet die Beschwerde eines WDR-Hörers. Und es sollte an diesem Mittwoch Abend nicht die einzige bleiben, der sich Tom Buhrow, frisch gebackener WDR-Intendant, stellen musste. Es ist ein neuer Weg, den der Sender geht. Etwa 200 Zuschauer sind im Studio im „Kunstwerk“ in Mönchengladbach, und können Dampf ablassen, zusätzlich werden Zuschriften von Zuschauern und Zuhörern vorgetragen. Es geht um die Daseinsberechtigung der Öffentlich-Rechtlichen, ums Programm, die Nachrichten, den Tatort, das junge Publikum. Es geht manchmal um winzige Details und natürlich oft um den Rundfunkbeitrag.

Neu-Intendant Tom Buhrow antwortet auf Fragen aus dem Publikum, spricht mit Kollegen und Kritikern und wirkt ehrlich bemüht, auf jedes einzelne Problem einzugehen. Nach Aldi, Apple und anderen Marken checkt der Westdeutsche Rundfunk WDR sich selbst. Das 90-minütige Format soll es von nun an öfter geben. Und in weiten Teilen funktioniert es gut.

Natürlich, eine Veranstaltung nach dem Motte „endlich mal den Chef sprechen“ hat mit mehren Problemen zu kämpfen: Vor allem mit der Frage, was sie bringen soll, außer den Menschen guten Willen zu zeigen. Denn die Probleme, die bei solchen Anlässen meist vorgetragen werden, sind dem Chef entweder wohl bekannt aber schwer lösbar oder es sind Sonderwünsche.

Zum Beispiel nach „einer ganzen Sendung nur für die lokalen Kulturstätten“, wie ein Zuschauer fordert. Oder nach mehr Randsportarten in den Sportsendungen. Oder dass das Symphonieorchester öfter auch im Fernsehen auftreten solle. Legitime Sonderwünsche seien das, versicherte Buhrow. Aber eben Dinge, für die es zu wenig Platz und zu wenig Nachfrage gebe. „Ich kann da nur um Verständnis werben“, sagt der Intendant oft. Und noch häufiger: „Aber ich nehme die Anregung mit.“

Dabei wirkt Buhrow zwar tatsächlich voller Verständnis für die Fans von Eishockey, Orchestermusik und Seidenmuseum. Dass sich auf ihre „Anregungen“ bald das Programm grundlegend ändert, wirkt dennoch nicht wahrscheinlich.

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  • >>"Glücklicherweise haben wir die Errungenschaft, die alle anderen Demokratien der Welt auch haben: Einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in dem alle Bevölkerungs- und Meinungsgruppen paritätisch vertreten sind."

    Und glücklicherweise können wir uns Dank Zwangsabgabe auch das teuerste ÖR System der Welt leisten.

    Und ist es nicht ein Glücksfall, dass sich in den Aufsichtsgremien von ARD und ZDF Heerscharen von Politikern, Kirchenvertretern und Verbands-Lobbyisten tummeln, die zwar nicht viel von Verwaltung und Kontrolle verstehen, aber dafür angeblich alle Bevölkerungs- und Meinungsgruppen paritätisch auf Kosten der Beitragszahler vertreten.

  • Glücklicherweise haben wir die Errungenschaft, die alle anderen Demokratien der Welt auch haben: Einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in dem alle Bevölkerungs- und Meinungsgruppen paritätisch vertreten sind.

    Wenn ich mir überlege, dass im Rundfunk oder im Fernsehen nur noch private Sender mit Werbung, Sexkontakten, dämliche Casting-Shows und endlosen Wiederholungen dümmster C-Filme laufen, dann bin ich für ARD und Co richtig dankbar.

    Wenn ich mir weiter überlege, dass Hassprediger der Herrenrasse, Volksverhetzer, Verschwörungstheoretiker oder Lobbyisten ihr verantwortungslose Treiben auch noch im Fernsehen oder im Radio treiben können, dann graut es mir. Es genügen schon die einschlägigen Seiten im Internet oder manche Beiträge in Internetforen, um zu sehen, welcher Bodensatz der Gesellschaft ohne kritischen Journalismus und ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk an die Oberfläche gespült werden.

    Das reicht mir völlig.

  • Ich weiß von vielen älteren,das sie enttäuscht sind
    von SAT.1 Gold...ein Sender der mit Bezug zum
    älterem Zuschauer beworben wurde.
    Meine Oma und ihre vielen Freundinnen,vermissen
    30er 40er 50er Jahres Filme und Beiträge.
    Stattdessen die gleiche Verdummungsbilligproduktion,
    wie anderswo..Hier handelt es sich aber keineswegs,
    um Generation doof.


    Denen reicht es schon,im Radio völlig ausgeblendet
    zu werden.
    Sie sind zwar in dieser Altersgruppe die Hauptaktionäre,nur bedient werden sie nicht.


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