Web 2.0
US-Firmen formen Allianz zum Urheberschutz

Mehrere führende Medien- und Internet-Unternehmen wollen die Urheberrechte im „Web 2.0“ stärker schützen. Ziel ist es, illegal ins Netz gestellte Filme, Videos oder Musik mit spezieller Filtersoftware aufzuspüren und zu löschen. Das wurde Ende voriger Woche in einer eilig angesetzten Internet-Pressekonferenz in San Francisco verkündet.

DÜSSELDORF. Beteiligt an der Initiative sind große US-Medienkonzerne wie Disney, NBC Universal, CBS und Viacom. Microsoft und Myspace schlossen sich dem Vorhaben an. Auch die Video-Plattform Veoh des früheren Disney-Chefs Michael Eisner ist mit an Bord, ebenso die Pariser Video-Community Dailymotion.

Prominentestes Nicht-Mitglied ist Google, mächtigster Internetkonzern der Welt und Mutter von Youtube, der größten Video-Plattform. Google hatte vergangenen Montag eine eigene Filtertechnologie gestartet und damit seine Gegner unter Zugzwang gesetzt. Es geht einmal mehr darum, wer die Standards setzen wird. „Wenn erst einmal eine Industrie-Initiative geformt ist, könnte selbst Google gezwungen sein, ihr beizutreten“, glaubt Forrester-Analyst James Mc Quivey.

Grund der Bemühungen: Zahlreiche Nutzer von Plattformen wie Youtube oder Myspace platzieren urheberrechtlich geschützte Videos, Filme oder Musik im Internet. Die Mitglieder der neuen Initiative wollen nun Regeln für diesen so genannten User Generated Content (UGC) schaffen.

Die beteiligten Internetfirmen verpflichten sich, spezielle Filter einzusetzen, um solches Material zu erkennen und schon während des Hochladens auszufiltern. Die Medienunternehmen verzichten im Gegenzug auf Klagen, wenn Web-Seiten UGC-Filter eingesetzt hatten und sich trotzdem illegal hochgeladenes Material auf ihren Seiten findet.

Die Betreiber von Web-2.0-Seiten verpflichten sich zudem, relevante Daten zu allen Nutzern, die als illegal eingestufte Inhalte eingestellt haben, für 60 Tage zu speichern. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen sollen die Copyright-Inhaber Zugriff auf die Daten erhalten. „Diese Vereinbarung markiert einen signifikanten Schritt im Bemühen, das Internet vom Wilden Westen zu einer Media-Plattform zu entwickeln, in der die Gesetze befolgt werden“, sagte Jeff Zucker, Chef des US-Medienkonzerns NBC Universal.

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