Web 2.0
Vodafone investiert in Empfehlungsdienst Qype

Der Telekommunikationskonzern Vodafone pumpt 3,5 Millionen Euro in das Portal, bei dem Nutzer unter anderem Restaurants empfehlen können. Ab sofort installiert das Unternehmen den Dienst auf seinen Handys vor. Der Markt gilt als sehr vielversprechend.
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DÜSSELDORF. Der Mobilfunkkonzern Vodafone sichert sich im Kampf um Kunden für das mobile Internet die Dienste des Hamburger Empfehlungsportals Qype. Der Investmentarm des Konzerns, Vodafone Ventures, investiere 3,5 Mio. Euro in Qype, teilten die Briten gestern mit. Der Dienst wird bei Vodafone-Handys künftig ab Werk installiert sein.

Auf Qype können die Nutzer Restaurants, Sehenswürdigkeiten oder Einkaufsmöglichkeiten bewerten und sich die Bewertungen von anderen Mitgliedern anzeigen lassen. Qype steht in massiver Konkurrenz zum Weltmarktführer Yelp, der im Sommer 2010 in Europa gestartet ist. Beide wiederum werden von Google, Microsoft und Yahoo angegriffen, die ihre Suchmaschinen und Anwendungen mit Empfehlungen und Bewertungen aufwerten. Daneben verbindet etwa Facebook mit "Places" die Welt der Geo-Locations mit sozialen Netzwerken. Qype wiederum hat eine Partnerschaft mit Nokias Online-Dienst Ovi: Der Navigationsservice Ovi Maps, das Gegenstück zu Google Maps, wird mit Qype-Empfehlungen bestückt.

Lokale Empfehlungsdienste sind beliebt, weil sie ihre Nutzer genau da antreffen, wo die auf der Suche nach etwas Bestimmtem sind - einem Restaurant, einem Hotel, einer Einkaufsmöglichkeit.

Die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs ist hoch, und der Smartphone-Nutzer verrät Stück für Stück seine Vorlieben, im Gegenzug bekommt er lokal zugeschnittene Angebote. Branchenbeobachter bezeichnen Geodienste gern schon als den "Heiligen Gral" des mobilen Internets.

Weitere drei Mio. Euro bekommt das 2006 gegründete Start-up Qype aus der Gruppe der bereits bestehenden Investoren. Das Geld soll laut Mitteilung der Unternehmen in den Ausbau der mobilen Applikationen gesteckt werden, nicht in die Webseite. Qype ist bislang im Web, auf Apple - und Android-Geräten sowie auf Nokias Symbian-Smartphones vertreten.

Angesichts des weltweiten Markteinstiegs von Facebook und des Starts von Yelp in Europa wird die Zeit knapp für die Hamburger: Sie brauchen die Finanzspritze zur Expansion. Vodafone wiederum sichert sich langfristig den Zugang zu Qype. Das ist wichtig, denn der Wettbewerb um Geodienste ist hart, Qype könnte an Wettbewerber wie Nokia verkauft werden, die dann den Zugang behindern könnten.

So hatte Google nach Aussagen von Yelp-CEO Jeremy Stoppelman 2009 rund 550 Mio. Dollar für Yelp geboten, Anfang 2010 habe Microsoft auf 700 Mio. Dollar erhöht. Beide Angebote habe er aber ausgeschlagen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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