Web.de: E-Mail-Anbieter verkauft künftig Strom

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E-Mail-Anbieter verkauft künftig Strom

Neben Smartphone-Tarifen, Sicherheitssoftware und Musikstreamingdienst hat web.de nun auch reinen Strom im Angebot. Ein Schritt für die Zukunft: Die Firma will sich damit Zugang zu intelligenten Stromzählern sichern.

KarlsruheDer E-Mail-Anbieter web.de verkauft künftig auch Strom. Das Angebot lasse sich „sofort“ übers Internet buchen und sei bundesweit verfügbar, teilte web.de am Donnerstag mit. Langfristig will das Unternehmen sich damit auch den Zugang zu intelligenten Stromzählern in den Haushalten sichern und neue Dienste rund ums vernetzte Haus anbieten, wie web.de-Chef Jan Oetjen sagte.

Als Energieanbieter verkauft web.de anfangs drei Stromtarife: zwei Jahre lang Ökostrom, ein Jahr lang konventionellen Strom inklusive Neukundenbonus und einen flexiblen Tarif mit monatlicher Kündigungsfrist. Die Angebote seien nicht an die Nutzung eines E-Mail-Postfachs von web.de gebunden, betonte das Unternehmen.

Seine rund 15 Millionen Kunden will web.de aber „sukzessive“ anmailen und ihnen das neue Angebot andienen. Hinzu kommen die ebenfalls rund 15 Millionen Kunden von gmx.de. Beide E-Mail-Anbieter gehören zu 1&1, der Tochter des Konzerns United Internet. Der erreiche so „gut jeden zweiten Haushalt“ in Deutschland, sagte Oetjen.

Die E-Mail-Kunden könnten bereits Smartphone-Tarife, Sicherheitssoftware oder den Musikstreamingdienst Deezer über web.de kaufen. Beim Strom setzt das Unternehmen auf „einfache Tarifmodelle mit fairen Preisen“, wie es erklärte. Web.de kaufe den Strom nicht von Dritten, sondern eigenständig und zu tagesaktuellen Preisen auf dem Strommarkt ein – diesen Preisvorteil gebe das Unternehmen an seine Kunden weiter.

Die Deutschen können seit 1998 ihren Stromversorger frei wählen; laut Bundesnetzagentur hat rund ein Drittel aller Haushalte aber noch nie den Anbieter gewechselt.

Web.de will mit dem Einstieg in den Energiemarkt langfristig in weitere Geschäfte vordringen. „In ein paar Jahren kann man mit intelligenten Stromzählern womöglich den Stromverbrauch an das mit dem Wetter schwankende Angebot von Ökostrom anpassen“, sagte Oetjen. Ein Chip könnte die Waschmaschine in Gang setzen, wenn die Sonne scheint. Einen intelligenten Stromzähler sollen Privathaushalte ab 2020 einbauen. Einen solchen Apparat könne nur einbauen „wer den Kunden mit Strom versorgt“, sagte Oetjen. „Diesen Zugang wollen wir uns nun mit einem ersten Schritt sichern.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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