Wechsel an der Spitze
Skandal bei McAfee

Der Skandal über die Rückdatierung von Aktienoptionen in den USA hat in den Führungsetagen vieler High-Tech-Unternehmen ein Erdbeben ausgelöst. Jetzt haben gleich zwei Technologie-Konzerne ihre Führungsspitze abgelöst.

NEW YORK. Der Softwareanbieter McAfee trennte sich von seinem Chef George Samenuk und feuerte seinen Präsidenten Kevin Weiss. Zurückgetreten ist auch Shelby Bonnie, Chef des Online-Informationsdienstes Cnet Networks. Ihm folgen zwei weitere Führungspersonen.

Auslöser der Rücktritte ist der Vorwurf, die Firmen hätten die Aktienoptionen für ihre Führungskräfte rückwirkend so terminiert, dass besonders hohe Gewinne anfallen würden. Gegen etwa 140 Unternehmen in den USA wird deshalb ermittelt. Etwa 30 Top-Manager haben bislang durch den Bilanzskandal ihre Posten verloren. Vor kurzem räumte auch Apple-Chef Steve Jobs ein, von der Manipulation gewusst zu haben. Jobs hat jedoch nicht persönlich von der Mauschelei profitiert.

McAfee, der zweitgrößte Anbieter von Anti-Virus-Software, hat zunächst das Verwaltungsratsmitglied Dale Fuller zum neuen Chef bestellt. „Ich bedauere, dass einige Probleme mit Aktienoptionen während meiner Amtszeit entstanden sind“, sagte Samenuk nach seinem Rücktritt. Er war vor sechs Jahren von IBM zu McAfee gekommen. Das Unternehmen kündigte an, dass es für die vergangenen zehn Jahre seine Bilanz korrigieren werde. Dadurch könne ein außerordentlicher Aufwand von bis zu 150 Millionen Dollar entstehen.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
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