Wechsel bei der Telekom
Schick wird neue Personalchefin

Wechsel im Personalressort bei der Telekom: Marion Schick übernimmt den Posten und ist damit die zweite Frau im Vorstand. Beim Start in den neuen Job hätte sie um Haaresbreite einen harten Tarifkonflikt zu lösen gehabt.
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BonnVor ihrem neuen Job ist Marion Schick nicht bange: „Ich werde eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen und freue mich darauf“, sagte die ehemalige Kultusministerin Baden-Württembergs, als Telekom-Chef René Obermann sie vor neun Monaten der Öffentlichkeit vorstellte. An diesem Donnerstag übernimmt sie das Personalressort von Thomas Sattelberger, der nach fünf Jahren die Telekom verlässt.

Nach Claudia Nemat ist Schick nun die zweite Frau im Vorstand des Bonner Telekommunikationskonzerns. Und wäre die Tarif-Schlichtung für die Mitarbeiter der Konzernzentrale am vergangenen Wochenende erfolglos geblieben, hätte die 53-jährige Schick gleich zum Start ein großes Problem gehabt.

Noch vor wenigen Tagen schienen Telekom und Verdi hoffnungslos in einen Tarifkonflikt verstrickt. Ein Ausweg schien nicht möglich. Doch unter Leitung des früheren Hamburger Bürgermeisters Henning Voscherau wurde am vergangenen Wochenende ein erster Teilerfolg erzielt - 6,5 Prozent mehr Gehalt in mehreren Schritten und über zwei Jahre für die Mitarbeiter der Konzernzentrale. Damit wurde das Tor aufgestoßen, nun auch bei der Telekom Deutschland mit Mobilfunk und Servicebetrieben und der Geschäftskundensparte T-Systems eine Lösung zu finden.

Der scheidende Personalchef Sattelberger, der bundesweit als ein ausgewiesener Kenner mit viel Erfahrung im Personalwesen gilt und der sich bei der Telekom für eine Frauenquote in Führungspositionen stark machte, hat seiner Nachfolgerin den Weg zur Beilegung des Tarifkonflikts bereitet. Je nachdem, wie die große Tarifkommission von Verdi an diesem Donnerstag über das weitere Vorgehen im Tarifkonflikt bei der Telekom Deutschland entscheidet, könnte Schick bei einer möglichen Schlichtung bereits in der Verhandlungskommission sitzen und mit dazu beitragen, den gordischen Knoten zu zerschlagen.

Dabei bewegt sich Schick keineswegs auf unbekanntem Terrain: Seit Jahresanfang ist die promovierte Wirtschaftspädagogin und Mutter von zwei Kindern bei der Telekom und hat in dieser Zeit die Abläufe in ihrem künftigen Ressort kennengelernt. Ihr ist bewusst, dass sie nun an oberster Stelle Verantwortung trägt für weltweit 240 000 Menschen, die bei der Telekom arbeiten.

Vor ihrem Ausflug in die Politik war Schick von 2000 bis 2008 Präsidentin der Hochschule München und damit die erste Frau, die in Bayern an der Spitze einer Universität stand. Dort lehrte sie Personalmanagement. Als Vorstandsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft war sie für den Bereich Personal und Recht zuständig. Sie arbeitete als Personalentwicklerin für den ADAC und die Allianz. Und nun muss sie beweisen, was in ihr steckt. Der Tarifstreit mit Verdi ist ihre Chance.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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