Wechsel der Kooperationspartner
Unterhaltungskonzern WWE ordnet Deutschland-Geschäft neu

Mit „Wrestling“ lassen sich Millionen verdienen: Der US-Medienkonzern WWE hat aus den in Seifenopern eingebetteten Showkämpfen ein internationales Geschäft gemacht. Auf dem deutschen Markt ändert sich nun einiges.
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New OrleansWenn in der Nacht zu Sonntag die abendfüllende Wrestling-Show „Wrestlemania“ in New Orleans ihr 30. Jubiläum feiert, wird es das vorerst letzte Mal sein, dass deutsche Zuschauer ein solches Event beim Bezahlsender Sky sehen können. Der Veranstalter hinter dem international erfolgreichen Unterhaltungsformat, der börsennotierte Medienkonzern WWE Inc., nutzt die Großveranstaltung, um auf dem hiesigen Markt einige Änderungen einzuführen – und dadurch zu wachsen.

In den vergangenen Jahren hielt Sky die Rechte an der wöchentlichen Live-Fernsehshow „Raw“ sowie den monatlichen Großevents. Letztere konnten deutsche Zuschauer ähnlich wie in den USA als sogenannte „Pay-Per-Views“, also per einmaliger Zahlung, im heimischen Wohnzimmer ansehen. Ab dem 10. April wird die Show, die als eine der am längsten ausgestrahlten Formate um US-Fernsehen gilt, wöchentlich im Free-TV bei Tele 5 ausgestrahlt. Mit dem Einkauf der erfolgreichen Show versucht sich nicht zuletzt auch der Spartensender selbst zu profilieren, Geschäftsführer Kai Blasberg spricht von einem „absoluten Highlight im Unterhaltungsbereich“.

Bei den Großveranstaltungen hat eine andere Münchener Sendergruppe überraschend Sky ausgestochen: ProSiebenSat1 hat sich ein umfangreiches Rechtepaket gesichert und wird die Veranstaltungen künftig über seine Online-Videothek „Maxdome“ vertreiben. Den Anfang macht dabei ausgerechnet „Wrestlemania 30“, die damit gleichzeitig bei Sky und bei Maxdome zu sehen sein wird. Für die Veranstaltung haben sich zahlreiche Prominente angesagt, nach Verkaufsrekorden bei den vorigen „Wrestlemanias“ wird gerade von der Jubiläumsausgabe viel erwartet. Im Vorjahr verkaufte sich das Format weltweit mehr als eine Million Mal, was der WWE allein dafür 72 Millionen Dollar einbrachte.

ProSieben wird über seine digitalen Kanäle „Maxx“ und „Fun“ zudem weitere Formate der WWE in Deutschland vertreiben. Laut dem Medienmagazin „DWDL“ war bei dem Deal der Zugang zum Free-TV der entscheidende Punkt.

Wohin die Richtung beim US-Konzern auf dem deutschen Markt kurzfristig geht, ist somit klar. Mittelfristig bleiben jedoch einige Fragen offen. Ende vergangenen Jahres hat die WWE eigens ein Büro für den deutschsprachigen Raum in München eröffnet, was vom Medienmanager Stefan Kastenmüller geleitet wird. Besondere Aufmerksamkeit erregte aber vor allem vor einigen Wochen der Start des WWE Networks, einer multimedialen Plattform, die aus einer Hand Zugang zu allen Showformaten und Zusatzinhalten bietet, auch auf mobilen Endgeräten. Bislang ist dieser Service nur in den USA verfügbar, eine internationale Version soll jedoch folgen. Dies könnte in Deutschland erneut Änderungen mit sich bringen.

Der Schritt wurde zwar als mutig bezeichnet, könnte in der Sport- und Unterhaltungsbranche jedoch durchaus Nachahmer finden. Die Aktie der WWE Inc., die im Oktober noch knapp über der Zehn-Dollar-Marke notierte, hat seit Anfang Februar deutlich zulegen können. Im März erreichte das Wertpapier einen Höchststand von 31,98 Dollar.

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