Wechsel in Bonn
Thomas Dannenfeldt wird Finanzvorstand der Telekom

Stühlerücken bei der Deutschen Telekom: Weil der jetzige Finanzvorstand Timotheus Höttges Konzernchef Obermann beerbt, rückt Telekom-Manager Dannenfeldt auf den Finanz-Posten. Die neue Spitze hat viel zu tun.
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DüsseldorfGehandelt wurde sei Name schon länger, jetzt ist es offiziell: Telekom-Manager Thomas Dannenfeldt wird neuer Finanzvorstand der Deutschen Telekom. Der Konzern bestätigte entsprechende Informationen des Handelsblatts. Dannenfeldt, Jahrgang 1966, folgt auf Timotheus Höttges, der im Laufe des Jahres neuer Vorstandschef des Bonner Konzerns wird und dann René Obermann ablöst.

Zudem verlängerte die Telekom den Vertrag von Deutschland-Chef Niek Jan van Damme vorzeitig um fünf Jahre. Obermann wechselt Ende des Jahres auf den Chefsessel des niederländischen Kabelnetzbetreibers Ziggo.

Der Wirtschaftsmathematiker Dannenfeldt gilt als enger Vertrauter von Höttges und leitet seit drei Jahren das Finanzressort der Deutschlandsparte. Firmeninsider beschreiben ihn als eloquent und durchsetzungsfähig. „Er gehört seit fast 20 Jahren zum Konzern und kennt das Unternehmen und die Branche wie kaum ein anderer, was gerade für seine neue Tätigkeit von ganz entscheidender Bedeutung ist“, lobte Obermann den künftigen Finanzchef. Dannenfeldt startete seine Karriere 1992 bei der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile. Danach übernahm er verschiedene Führungsaufgaben bei im Deutschland und im Ausland, unter anderem bei der Umsetzung eines großen Sparprogramms.

Die neue Führungsspitze hat keine leichte Aufgabe. Das schwache Geschäft im europäischen Ausland und in den USA setzte dem Telekommunikationsriesen zuletzt arg zu zu. Der Konzernumsatz fiel im ersten Quartal um knapp fünf Prozent auf 13,79 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sank um gut vier Prozent auf 4,29 Milliarden Euro. Dank geringerer Abschreibungen auf die US-Sparte legte der Überschuss hingegen leicht auf 564 Millionen Euro zu.

Der wichtige Heimatmarkt war dagegen der Fels in der Brandung. Dort konnte die Telekom den Rückgang der Einnahmen aus dem Mobilfunkgeschäft zu Jahresbeginn stoppen. Die Bonner sehen sich auf gutem Weg zurück zu Wachstum und steigenden Kundenzahlen. In allen drei wichtigen Märkten Deutschland, dem europäischen Ausland und in den USA peilen die Bonner mit ihren konzernweit rund 230.000 Mitarbeitern in den nächsten Jahren eine Trendwende an. Das wollen sie durch milliardenschwere Investitionen schaffen.

Den Großteil des Geldes will die Telekom im Heimatmarkt investieren. Dabei steht der Netzausbau mit den superschnellen Mobilfunk LTE im Fokus. Bis 2016 sollen 85 Prozent der Telefonierer LTE nutzen können.

Mit Material von dpa, Reuters.

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