„Weck up“, „Planetopia“ & Co

Sat.1 muss Sendungen Dritter nicht zeigen

Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz vergibt Lizenzen für Drittsendezeiten. Unterlegene Wettbewerber und Sat.1 klagten dagegen. Nun hat ein Gericht ihnen Recht gegeben.
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Die grausigsten Sendungen im deutschen Fernsehen
Oliver Sanne
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Das Baggern an den schönen einsamen Junggesellen: „Der Bachelor“ startete am 14. Januar mit der fünften Staffel, 22 Schönheiten buhlten um den Frauenschwarm Oliver Sanne. Immerhin trägt Sanne den „Mr. Germany“-Titel.

Bachelor
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Paul Janke, der „Bachelor“ aus der zweiten Staffel 2012. Bei einem Liebes-Marathon unter der Sonne Südafrikas und bei romantischen Ausflügen siebt der Schönling nach dem Reise-nach-Jerusalem-Prinzip aus – nur gibt es statt Stühlen für die Gewinnerinnen Rosen. Wer vom Bachelor keine Blume überreicht bekommt, muss seine Koffer packen.

«DSDS» geht in die zwölfte Runde
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Die Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ ging am 7. Januar 2015 in die zwölfte Staffel. Neben Überbleibsel Dieter Bohlen wurde die Jury mal wieder grunderneuert: Frischen Wind bringen sollen der 76-jährige Schlagersänger Heino, DJ Antoine („Welcome To St. Tropez“) und Sängerin und Özil-Ex Mandy Capristo. Die großen Live-Sendungen entfallen diesmal, stattdessen werden die Kandidaten „on Tour“ geschickt, unter anderem zu Skitouristen in Ischgl. Nur drei Shows strahlt RTL als Aufzeichnungen vor dem Finale aus.

Heino als Juror bei DSDS
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Der Sänger Heino vor dem Casting-Truck für die RTL-Show DSDS: Als neuer Juror für die 12. Staffel nahm er an der Castingtour des Senders teil. Der alljährliche Jury-Wechsel hat schon Tradition. Fans der Castingshow befürchten nun, dass DSDS weiter in die Schlagerecke rückt.

Mandy Capristo
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Sängerin Mandy Capristo: Sie ist eines der wenigen Überbleibsel der alten Zeit. Denn RTL hat einiges verändert: Vor allem der Abschied von den großen Live-Sendungen aus dem imposanten Kölner Studio fällt auf. Stattdessen werden die besten zehn Kandidaten „on Tour“ geschickt, unter anderem zum Auftritt vor den Skitouristen in Ischgl. Nur drei dieser Tour-Shows soll es vor dem Finale geben. RTL strahlt sie als Aufzeichnungen aus. Dabei wurden in der ersten Ausstrahlung sogar Tränen von Mandy gezeigt, aber nur sehr kurz.

RTL-Dschungelcamp - Sonja Zietlow und Daniel Hartwich
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Wenn es um Trash-TV geht, darf natürlich „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ nicht fehlen. Moderiert wurde die RTL-Sendung unter anderem von Dirk Bach, der 2012 verstorben ist. Co-Moderatorin Sonja Zietlow führt seitdem mit Daniel Hartwig „das Erbe“ weiter. Das Grundkonzept der Sendung ist Schadenfreude, gespickt mit ekelerregenden Strafen. Zuschauer rufen für den jeweiligen Star an, der eine Dschungelprüfung durchlaufen muss. Meist müssen irgendwelche stark eiweißhaltigen Käfer oder Genitalien von größeren Tieren verspeist werden. Die letzte Staffel sahen im Schnitt immerhin 7,3 Millionen Zuschauer. Eine traurige Zahl. Doch viel trauriger ist die Tatsache, dass „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ 2013 für den Grimme-Preis in der Kategorie „Unterhaltung“ nominiert wurde.

Big Brother
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Alles begann mit „Big Brother“ (RTL 2). Das Konzept war denkbar einfach. Ein Container wird von Freiwilligen bewohnt, die rund um die Uhr von verschiedenen Kameras gefilmt werden. Selbst in den Sanitär- und Privatbereichen wurde gedreht. Der Hype um Big Brother war so groß, dass sich sogar der jetzige Außenminister Guido Westerwelle dazu hinreißen ließ, in den Container einzuziehen.

Die Zuschauer durften jede Woche bestimmen, wer in der zusammengewürfelten „Wohngemeinschaft“ bleiben darf. Dem Sieger winkte ein beträchtliches Preisgeld. Allerdings zeigte sich bei allen Siegern, wie schnell und unbeständig ihr Ruhm und Reichtum war. Kaum ein Sieger der Sendung genießt derzeit noch größere Bekanntheit, und finanziell sieht es bei den meisten ebenfalls düster aus. Den ein oder anderen trieben die Geldsorgen kurzfristig ins Musikgeschäft – mit bescheidenem Erfolg.

Im Bild: Moderator Percy van Hoven

Neustadt/WeinstraßeDer Fernsehsender Sat.1 muss die von sogenannten Drittanbietern produzierten Sendungen wie etwa „Weck up“ oder „Planetopia“ auch weiterhin nicht zeigen. Das Verwaltungsgericht in Neustadt bestätigte in Urteilen, die am Dienstag veröffentlicht wurden, vorläufige Entscheidungen aus dem vergangenen Jahr. Schon damals hatte Sat.1 die Sendungen aus dem Programm genommen.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen dem Sender und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Letztere vergibt Lizenzen für Drittsendezeiten. 2013 erhielten die Firmen „News and Pictures“ aus Mainz („Weck up“, „Planetopia“) und DCTP aus Düsseldorf die Zuschläge. Dagegen klagten später unterlegene Wettbewerber sowie Sat.1.

Das Vergabeverfahren wurde von den Richtern als fehlerhaft eingestuft und aufgehoben. Das Verwaltungsgericht stellte klar, dass es ein komplett neues Vergabeverfahren geben müsse. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden. Grundsätzlich sind Privatsender laut Rundfunkstaatsvertrag wegen des Einflusses auf die Meinungsbildung verpflichtet, Drittanbietern Sendeplätze anzubieten, sobald ihre Zuschaueranteile im Jahresdurchschnitt über zehn Prozent liegen.

  • dpa
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