Weg aus der Krise?
Blackberry-Gründer erwägen Rückkauf

Neue Entwicklungen bei Blackberry: Die Gründer des Unternehmens planen scheinbar den Rückkauf. Ob der tiefe Fall so gestoppt werden kann, ist fraglich. Lazardis gilt als einer der Verantwortlichen für die heutige Krise.
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Die beiden Gründer des angeschlagenen kanadischen Handyhersteller Blackberry ziehen eine Übernahme des Unternehmens in Erwägung. Mike Lazaridis und Douglas Fregin untersuchten "die Möglichkeit zur Abgabe eines gemeinsamen Gebots", hieß es in Unterlagen für die US-Börsenaufsicht SEC, die am Donnerstag bekannt wurden.

Sie hätten einen Plan für einen Neuanfang, teilten der ehemalige Co-Chef Lazaridis und sein einstiger Kompagnon mit. Lazaridis hält inzwischen einen Anteil von acht Prozent an Blackberry.

Die beiden Männer ziehen demnach "alle Optionen" in Erwägung, darunter auch den Kauf sämtlicher Blackberry-Aktien, die ihnen nicht bereits gehören. Dies könnten sie alleine oder "mit anderen interessierten Investoren" tun. Als Berater engagierte Lazaridis Goldman Sachs und Centerview Partners LLC.

Blackberry hatte sich nach dem enttäuschenden Start seines neuen Smartphones im August zum Verkauf angeboten. Mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge ist das kanadische Unternehmen mit Cisco Systems, Google und SAP im Gespräch, die sich aber nicht zu den Informationen äußerten. Der Vorstoß von Lazaridis könnte eine Alternative zum Plan von Großaktionär Fairfax Financial Holdings Ltd sein, der zusammen mit anderen Investoren neun Dollar je Aktie angeboten hat.

Fairfax ist mit zehn Prozent bereits größter Anteilseigner von Blackberry. Zu dem Übernahmeplan gehört, Blackberry vorübergehend von der Börse zu nehmen. Beobachter glauben aber, das Übernahmeangebot sei nur ein Lockmittel, um weitere Interessenten anzuziehen.

Der Aktienkurs stieg nach Bekanntwerden der Pläne Lazaridis' leicht. Seit der Vorlage schlechter Geschäftszahlen hatten die Blackberry-Papiere mehr als 20 Prozent eingebüßt.

Bei Blackberry kriselt es seit längerem. Im September kündigte der Smartphone-Hersteller an, 4500 Stellen zu streichen. Damit muss mehr als jeder dritte Angestellte gehen. Kurz danach gab das Unternehmen einen Verlust von 965 Millionen Dollar (etwa 715 Millionen Euro) im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2013/2014 bekannt.

Lazaridis gilt als einer der Verantwortlichen für die heutigen Probleme von Blackberry: Während seiner Amtszeit hatte Blackberry unter anderem den Trend zu Touchscreen-Telefonen unterschätzt. Er war im Streit mit dem aktuellen Firmenchef Thorsten Heins aus dem Unternehmen ausgeschieden. Lazaridis und Fregin hatten das Unternehmen, das zunächst Research in Motion hieß, 1984 gegründet. Fregin stieg 2007 bei Blackberry aus, Lazaridis im Mai dieses Jahres.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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