Wegen Honoraren für Jan Ullrich
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ARD-Intendanten

Wegen der umstrittenen Honorarzahlungen an Radprofi Jan Ullrich ermittelt jetzt offenbar die Staatsanwaltschaft gegen die ARD.

HB FRANKFURT/M. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hamburg, Rüdiger Bagger, sagte laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstagausgabe), man habe ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen die Intendanten des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und des Bayerischen Rundfunks (BR), Jobst Plog und Thomas Gruber, eingeleitet.

Dem Bericht zufolge hatte eine Privatperson bei der Polizei Neuss im September Anzeige erstattet, unter anderem wegen des Verdachts der missbräuchlichen Verwendung von Gebührengeldern im Zusammenhang mit den Honorarverträgen, welche die ARD mit dem Radprofi Jan Ullrich geschlossen hatte. Bagger sagte der Zeitung, man habe ein Verfahren eingeleitet, weil sich aus der Anzeige hinreichende Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht strafrechtlich relevanten Verhaltens ergeben hätten.

NDR-Sprecher Martin Gartzke erklärte am Abend, die Anzeige sei weder Plog noch sonst jemandem im NDR bekannt. „Es kann sich nur um hanebüchenen Unsinn handeln“, fügte er hinzu. Plog ist Stellvertreter Grubers in dessen Eigenschaft als amtierender ARD-Vorsitzender.

Im September war bekannt geworden, dass die ARD Exklusivverträge unter anderem mit Ullrich abgeschlossen hatte, die dem Radprofi zwischen 1999 und 2006 sechsstellige Summen für Exklusiv-Interviews und Showauftritte zusicherten. ARD-Programmdirektor Günter Struve hatte die Sonderprämien als „Schnapsidee“ kritisiert.

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