Wegen IT-Flaute
Intershop streicht über 40 Prozent der Stellen

Der krisengeplagte Softwarehersteller Intershop Communications reagiert mit einem weiteren deutlichen Stellenabbau auf die anhaltend schwache Nachfrage in der IT-Branche. Zur überwindung seiner Finanzkrise will das Unternehmen zudem einen neuen Investor gewinnen.

rtr/dpa JENA. Im Zuge der angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen solle die Zahl der Mitarbeiter bis Jahresende um mehr als 40 % auf 250 reduziert werden, kündigte Intershop am Donnerstag an. Zuletzt hatte das Jenaer Unternehmen die Mitarbeiterzahl mit 445 angegeben. Der Softwareanbieter sucht zudem händeringend einen neuen Geldgeber. „Zur Verbesserung der Liquidität und Kapitalausstattung sprechen wir derzeit aktiv mit einer Anzahl von internationalen Finanz- und strategischen Investoren“, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Schöttler.

Auf Grund von Kostenreduzierungen konnte Intershop im zweiten Quartal den Konzernverlust im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2003 verringern. Der Umsatz blieb jedoch hinter dem Auftaktquartal zurück. „Intershops Ergebnis im zweiten Quartal wurde von der anhaltend schwachen Konjunktur und dem weiterhin schwierigen Branchenumfeld belastet“, sagte Vorstandschef Jürgen Schöttler.

Unter dem Strich verbuchte der einst vielbejubelte Börsenstar im zweiten Quartal einen Verlust von 6,6 Mill. € nach 8,4 Mill. € in den ersten drei Monaten. Im zweiten Quartal 2002 lag der Nettoverlust bei 5,8 Mill. €. Die Gesamtbetriebskosten reduzierten sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 14 % auf 12,6 Mill. €. Der Umsatz sank auf 5,6 Mill. € nach 6,4 Mill. € in den ersten drei Monaten und 12,1 Mill. € im Vorjahreszeitraum.

Zum 30. Juni habe Intershop noch über frei verfügbare Mittel von 3,8 Mill. € verfügt, teilte das Unternehmen mit. Intershop rechne weiter damit, über rund fünf Mill. € an derzeit verfügungsbeschränkten liquiden Mitteln in naher Zukunft wieder uneingeschränkt verfügen zu können. Für das Gesamtjahr erwarte Intershop einen Umsatz von rund 25 (Vorjahr: 45,1) Mill. €, bekräftigte der Softwarehersteller. Die Gesamtbetriebskosten sollten sich auf Grund der Restrukturierungsmaßnahmen auf 40 bis 45 Mill. € belaufen. Für den erwarteten Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hatte Intershop zuletzt rund 20 Mill. € in Aussicht gestellt.

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