Wegen NSA-Affäre
Pensionsfonds verklagt IBM

Die NSA-Affäre schlägt weiter Wellen: Weil der Konzern verheimlicht habe, inwieweit der Skandal das China-Geschäft belastete, verklagt ein Aktionär den IT-Konzern IBM. Zwei Funktionäre werden explizit beschuldigt.
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New YorkEin IBM-Aktionär hat den IT-Konzern in Zusammenhang mit der NSA-Abhöraffäre verklagt. Der Konzern habe verheimlicht inwieweit der Skandal das Geschäft in China belastet und in der Konsequenz zum Verlust von mehr als zwölf Milliarden Dollar an Marktwert geführt habe, hieß es in der bei einem Gericht in New York eingereichten Klage des Louisiana Sheriffs' Pensionsfonds.

Um seine geistigen Eigentumsrechte zu schützen, habe sich IBM im US-Kongress dafür starkgemacht, persönliche Kundendaten unter anderem in China an die NSA weitergeben zu dürfen, erläuterte der Fonds in der Klageschrift. Nach der Affäre um das Prism-Spähprogramm der NSA und den Enthüllungen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden habe Chinas Regierung die Zusammenarbeit mit IBM abrupt gestoppt. Dies habe dazu geführt, dass IBM ein enttäuschendes drittes Quartal verzeichnete. In China ging der Umsatz um 22 Prozent zurück. Insgesamt sackten die Erlöse des US-Konzerns um vier Prozent ab. Die IBM-Aktie brach um mehr als sechs Prozent ein. Zwölf Milliarden Dollar an Marktwert wurden vernichtet.

Der Fonds beschuldigt explizit Firmenchefin Virginia Rometty und Finanzvorstand Mark Loughridge, der diesen Monat im Alter von 60 Jahren in Rente geht. Sie seien dafür verantwortlich, dass der Konzern die Risiken seiner Lobbyarbeit und die Verbindung zur NSA nicht früher offengelegt hätten. „Die Vorwürfe sind lächerlich und unverantwortlich“, sagte IBM-Sprecher Doug Shelton. Der Konzern werde sich vor Gericht vehement dagegen wehren. Der Fonds verlangt Schadensersatz und strebt eine Sammelklage an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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