Wegen Restrukturierungskosten Verlust erwartet
Leica setzt Rotstift beim Personal an

Der Kamerahersteller Leica rechnet vor allem wegen der Dollar-Schwäche mit weiteren Millionenverlusten und baut daher drastisch Arbeitsplätze ab. Die Personalkosten sollen um 20 Prozent gesenkt werden, dazu seien auch betriebsbedingte Kündigungen notwendig.

HB SOLMS. Unter dem Strich werde im Geschäftsjahr 2003/2004 wegen der anstehenden Restrukturierungskosten mit einem Verlust in Höhe von vier Mill. € gerechnet, teilte das im hessischen Solms ansässige Unternehmen am Freitag mit. Im dritten Quartal des zum 31. März endenden Geschäftsjahres wies Leica bei einem Umsatzrückgang einen Nachsteuergewinn von 2,9 Mill. € aus, mit dem der Verlust aus dem ersten Halbjahr ausgeglichen werden konnte. Zudem kündigte die im General Standard gelistete Gesellschaft die Begebung einer Wandelanleihe in Höhe von 15 Mill. € an, mit der unter anderem Innovationskosten für digitale Produkte gedeckt werden sollen.

Bereits seit Sommer vergangenen Jahres werden Leica zufolge durch Kurzarbeit und Gehaltsverzicht Personalkosten gedrückt. Allerdings machten eine sich nur langsam bessernde Konjunkturlage und die Dollarschwäche weitere Einsparungen notwendig, da 20 % des geplanten Konzernumsatzes in Dollar abgerechnet werden sollen.

Im Zuge der Neuausrichtung sollen alle operativen Abteilungen auf die Sparten Photo und Sportoptik (Ferngläser, Spektive und Entfernungsmessgeräte) zusammengefasst werden. Mit dem ersten Teil der Restrukturierung werde noch im laufenden Jahr begonnen, wofür der Kamera- und Optikspezialist Rückstellungen in Höhe von vier Mill. € bilden werde. Über eine zweite Restrukturierungsmaßnahme in Höhe von 4,5 Mill. € werde im kommenden Geschäftsjahr endgültig entschieden werden. Ohne Berücksichtigung der Restrukturierungsaufwendungen plant Leica, 2004/2005 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.

Die Personalkosten sollen um 20 % gesenkt werden, teilte das Unternehmen am Freitag im mittelhessischen Solms mit. Dazu seien auch betriebsbedingte Kündigungen notwendig. Die Leica Camera Group hat weltweit knapp 1300 Mitarbeiter, davon 526 in Deutschland. Zur Finanzierung der Neuorganisation benötigt das Unternehmen frisches Geld. Dazu soll eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von 15 Mill. € aufgenommen werden.

Die geplante Wandelanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren werde ausschließlich den Aktionären angeboten. Die Bezugsfrist für die Wandelanleihe mit einem Kupon von 5,5 % laufe vom 10. bis 14. Februar. Die Leica-Aktie lag gegen Mittag unverändert bei fünf Euro.

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