Wegen schlechter Zahlen
Alcatel-Lucent entlässt Chefs

Nach einer Reihe von Gewinnwarnungen und einem Nettoverlust in Milliardenhöhe im zweiten Quartal hat der französisch-amerikanische Telekomausrüster Alcatel-Lucent seine Top-Manager gefeuert. Die Anleger scheinen diesen Schritt regelrecht herbeigesehnt zu haben.

HB PARIS. Die Vorstandsvorsitzende Patricia Russo soll das in Paris ansässige Unternehmen vor dem Jahresende verlassen. Sie bleibe im Amt, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden sei, heißt es in einer Mitteilung. Über ihren Rücktritt wurde seit längerem spekuliert. Der Chef des Verwaltungsrats, Serge Tchuruk werde am 1. Oktober aus dem Amt scheiden, teilte das Unternehmen am Dienstag weiter mit. Der Aufsichtsrat beginne unverzüglich mit der Suche nach Nachfolgern für Russo, die vor der Fusion das US-Unternehmen Lucent geleitet hatte, und den ehemaligen Alcatel-Chef Tchuruk. Er hatte die Fusion von Alcatel-Lucent 2006 in die Wege geleitet.

Topmanagerin Russo werde eine Abfindung in Höhe von bis zu sechs Millionen Euro erhalten, sagte ein Unternehmenssprecher. Dies entspreche etwa zwei Jahresgehältern. Analysten begrüßten den Abgang der beiden Manager. Die Aktie von Alcatel-Lucent legte zu Handelsbeginn in Paris 4,4 Prozent zu.

In einer von dieser Nachricht getrennten Erklärung gab der Konzern einen Fehlbetrag von 1,1 Milliarden Euro im zweiten Quartal bekannt, deutlich mehr, als Branchenkenner erwartet hatten. Auf operativer Ebene erzielte Alcatel-Lucent dagegen einen Gewinn in Höhe von 93 Mill. Euro nach einem Fehlbetrag von 19 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem Betriebsergebnis von 64 Mill. Euro gerechnet.

Zugleich wies das Unternehmen den sechsten Quartalsverlust in Folge aus; begründet wurde dies vor allem mit einer „Goodwill-Abschreibung“ von 810 Millionen Euro im Mobilfunkbereich. Bereinigt betrage der Verlust noch 222 Millionen Euro. Den Umsatz gab das Unternehmen mit 4,1 Milliarden Euro an. Im Vorjahreszeitraum hatte Alcatel-Lucent einen Verlust von 586 Millionen Euro verbucht.

Alcatel-Lucent war Ende 2006 aus dem US-Konzern Lucent und der französischen Alcatel-Gruppe hervorgegangen und machte im vergangenen Jahr einen Verlust von 3,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen legte mehrere Sparpläne auf. Weltweit sollen bis zum kommenden Jahr rund 16 500 Stellen wegfallen, davon mehr als 1 800 in Frankreich.

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