Weitere 10 000 Stellen fallen weltweit weg
Auch Sony Deutschland muss Opfer bringen

Sony streicht bis zum März 2008 weltweit 10 000 der 150 000 Stellen. Elf Werke werden komplett geschlossen. Auch die deutsche Tochter kommt nicht ungeschoren davon.

HB TOKIO. Der Geschäftsführer von Sony Deutschland, Manfred Gerdes, sagte am Donnerstag auf Anfrage in Köln: „Wir werden unseren Beitrag zu dem heute angekündigten Abbau von weltweit 10%nbsp;000 Stellen leisten.“ Der Umfang des Abbaus werde aber erst in den kommenden Wochen im Einzelnen feststehen. Sony Deutschland, die den heimischen Vertrieb und Service bewerkstelligt, beschäftigt derzeit 650 Mitarbeiter in Köln. Mit 4000 wegfallenden Stellen fallen in Japan die meisten Stellen weg.

Die Umstrukturierung werde das Unternehmen rund 210 Milliarden Yen (1,54 Milliarden Euro) kosten, teilte Sony am Donnerstag in Tokio mit. Erst mittelfristig soll sich die Rationalisierung auswirken. Im Geschäftsjahr 2007/2008 peilt das Unternehmen eine operative Gewinnmarge von fünf Prozent an.

Wie schlimm es um den einstigen Branchenprimus steht, zeigt die gleichzeitig bekannt gegebene neue Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2005/2006. Statt vormals anvisierter 10 Milliarden Yen Gewinn erwartet Sony nun 10 Milliarden Yen Nettoverlust anfallen.

Im März 2006 will Sony seinen als „Transformation 60“ bezeichneten Umstrukturierungsplan abschließen, in dessen Rahmen der Konzern bereits 20&000 Arbeitsplätze abgebaut hat. Bislang zeigten diese Maßnahmen aber keine spürbaren Auswirkungen. Die Umsätze sind weiter gesunken. Das Unternehmen wird in der Verlustzone bleiben.

Problemfall ist die wichtige Elektroniksparte, die fast zwei Drittel des Umsatzes liefert. Waren einst Walkman und Co. der Garant für gute Gewinne, hat sich das drastisch geändert. Die Preise für Produkte wie TV-Geräte, DVD-Rekorder und Videokameras fallen schnell. Zudem blieben auch der Absatz von Halbleitern und Komponenten sowie tragbaren Audiospielern unter den Erwartungen. Vor allem auf dem japanischen Heimatmarkt brachen die Umsätze ein.

Die Sparpläne würden in erster Linie die TV-Sparte betreffen, teilte Sony mit. Das Unternehmen wolle hier die Herstellung von Röhrenbildschirmen weiter zurückfahren und stattdessen die Flachbildschirm-Produktion verstärken. Weiter stark investieren will Sony nach eigenen Angaben in die Chip-Sparte. Das Investitionsvolumen solle hier in den Geschäftsjahren 2006/07 und 2007/08 insgesamt etwa 340 Milliarden Yen betragen, verglichen mit 500 Milliarden Yen in den drei Jahren bis März 2006.

Sony ist Analysten zufolge bei den meisten Unterhaltungselektronik-Produkten weniger effizient als seine Konkurrenten. So peilt der Hersteller der Panasonic-Produkte, Matsushita, 2006/07 einen Anstieg des operativen Gewinns um sieben Prozent auf 330 Milliarden Yen an.

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