Weitere Kosteneinsparungen
Pro Sieben Sat 1: Der bayerische Patient

Das Geschäft läuft schlecht, die Zahlen sind mies: Erst vergangene Woche musste Pro Sieben Sat 1 seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr herunterschrauben, weitere Kosteneinsparungen sind nötig. Die Finanzinvestoren KKR und Permira kehren mit eisernem Besen - die Stimmung unter den Mitarbeitern sinkt stetig.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Sie sind einiges gewohnt, die Mitarbeiter des Münchener Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1. Eigentümer kommen und gehen, Vorstandschefs auch. Jedes Jahr wird eine neue Sparrunde aufgelegt. Doch in diesem Herbst sind die Beschäftigten wirklich sauer. Denn zum ersten Mal fällt der traditionelle Wiesn-Besuch der Belegschaft aus. Angeblich, weil der Wirt im Augustiner-Zeit auf dem Oktoberfest keine Reservierung für mehrere Hundert Menschen mehr annimmt. So jedenfalls haben es die Mitarbeiter per Mail erfahren.

So recht wollen das die Leute nicht glauben, und so ballen nicht wenige am Konzernsitz in Unterföhring die Faust in der Tasche. "Die versuchen, aus einer ausgepressten Zitrone noch mehr herauszuholen", ärgert sich ein langjähriger Mitarbeiter. "Die" sind die Eigentümer, die Finanzinvestoren KKR und Permira, die mit eisernem Besen kehren.

Dabei ist nur allzu verständlich, dass die Finanzinvestoren keine Lust auf Party haben. Das Geschäft läuft schlecht, die Zahlen sind mies. Erst vergangene Woche musste der Konzern seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr herunterschrauben. Deshalb sollen die Kosten dieses Jahr zusätzlich zu den bereits eingeplanten 70 Mill. Euro um weitere 30 Mill. Euro gedrückt werden.

Doch das ist nicht alles: Die seit Monaten laufende Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Vorstandschef Guillaume de Posch ist noch immer nicht von Erfolg gekrönt. Wer auf den Belgier folgen wird, ist ungewiss.

Die monatelangen Verhandlungen mit dem Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe haben sich zerschlagen. Der Luxemburger wäre eine Idealbesetzung gewesen. Rabe kennt als ehemaliger Finanzchef des Konkurrenten RTL das Fernsehgeschäft in- und auswendig. Er kann Deals einfädeln und abschließen. Doch Rabe lässt sich auf das Himmelfahrtskommando nicht ein.

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