Weitere Sparmaßnahmen möglich
Philips erwartet Stagnation des Chipmarktes

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat seinen Ausblick für den weltweiten Chipmarkt gesenkt. Europas drittgrößter Halbleiterproduzent rechnet im kommenden Jahr nun mit keinem - statt bisher fünf Prozent - Wachstum. Zugleich schloss der Konzern wegen zusätzlicher Kosten durch den schwachen Dollar weitere Sparmaßnahmen auch in Deutschland nicht aus.

HB EINDHOVEN. „Bis vor kurzem haben wir an ein Wachstum des Marktes um fünf Prozent geglaubt. Jetzt sieht es angesichts der Ergebnisse von Marktforschungsinstituten mehr danach aus, als ob der Markt im nächsten Jahr stagnieren wird“, sagte Philips-Vizepräsident Theo Claasen am Dienstag in einem Reuters-Interview. Zwar erschienen fünf Prozent nicht viel, doch könne dadurch die Entscheidung über die Investitionen für ein neues Werk um ein halbes Jahr verschoben werden. „Wir werden darüber Mitte bis Ende nächsten Jahres entscheiden“, sagte er.

Claasen schloss nicht aus, dass Philips das neue Werk, das 2007 oder 2008 die Produktion aufnehmen soll, gemeinsam mit mehreren anstelle nur eines Partners bauen werde. Die Kosten für ein Halbleiterwerk belaufen sich auf drei Mrd. bis vier Mrd. Dollar.

Der zum Euro deutlich schwächere Dollar könnte Philips nach den Worten Claasens zu weiteren Kostensenkungen in seinen Werken in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich zwingen. Dort setzt der Konzern gerade Umstrukturierungen um. „Der Dollar bewegt sich derzeit bei 1,30 zum Euro. Wenn der Dollar weiter deutlich fällt, müssen wir weitergehende Maßnahmen ergreifen“, sagte der Manager. Weltweit wird der Handel mit Chips in Dollar abgerechnet.

Claasen schloss dennoch eine Belebung des weltweiten Chipmarktes im nächsten Jahr nicht aus, weil die Aufträge in den Büchern von Philips nicht sehr weit in das Jahr 2005 hineinreichten. Die Kunden, wie der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia, der japanische Sony-Konzern oder die südkoreanische Samsung warteten gewöhnlich bis zum letzten Moment, bevor sie ihre Chips für Handys und andere Produkte der Verbraucherelektronik bestellten.

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