Weitere Streiks
Tarifkonflikt bei Tageszeitungen gärt weiter

Auch die sechste Runde der Verhandlungen für die rund 14 000 Redakteure brachte am Mittwoch in Frankfurt keine Annäherung. Die Gespräche wurden ohne neuen Termin vertagt, teilten Gewerkschaften und Arbeitgeber nach mehr als achtstündigen Gesprächen mit. Die Gewerkschaften kündigten eine Fortsetzung der Streiks an.

HB FRANKFURT. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) modifizierte sein Angebot. So soll das Urlaubsgeld nur noch auf 80 statt auf 75 Prozent eines Monatsgehalts verringert werden. Die Zahl der Urlaubstage soll von 35 auf 30 gekürzt werden, für ältere Redakteure über 50 Jahre soll es 32 Urlaubstage geben. Das Gehaltsangebot für 24 Monate bis Mitte 2005 sehe für das erste Jahr eine Nullrunde vor, im zweiten Jahr soll es etwa ein Prozent mehr Geld geben.

„Die Verleger wollen offensichtlich auf Zeit spielen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke. Von „minimalen Fortschritten“ abgesehen, seien die Zeitungsverleger bei ihrer Position geblieben.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zeigte sich enttäuscht vom Verlauf der Verhandlungen. Nach einer Woche Streiks habe man mehr Bewegung bei den Verlegern erwartet. Über den Vorschlag der Gewerkschaften, die Einschnitte bei Urlaubsgeld und -dauer auf zwei Jahre zu befristen, hätten die Verleger nicht verhandeln wollen. „Das ist die Fortsetzung der Beton-Position“, sagte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff. Deshalb würden die für Donnerstag geplanten Streiks „in vollem Umfang“ durchgeführt.

„Wir hoffen, dass wir an dieser Stelle weiter machen können“, sagte ein BDZV-Sprecher dagegen zum modifizierten Angebot. Positiv sei die Bereitschaft der Gewerkschaften, über langfristige Tarifänderungen zu reden und die angespannte wirtschaftliche Lage der Zeitungen anzuerkennen. Die Gespräche sollten spätestens in der übernächsten Woche fortgesetzt werden.

Nach übereinstimmenden Angaben von Gewerkschaften und BDZV gab es am Mittwoch in Zeitungshäusern in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/Bremen und Rheinland-Pfalz/Saar Arbeitsniederlegungen. Die DJU gab die Zahl der Streikenden mit 1 600 an, die Verlegerseite mit maximal 800.

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