Weitere Unsicherheiten belasten das Unternehmen
Medion enttäuscht auf ganzer Linie

Der Essener Elektronikhändler Medion hat im Geschäftsjahr 2004 unter der Konsumflaute gelitten. Das Ergebnis ist noch stärker eingebrochen, als bereits befürchtet. Trotz einer Geschäftsbelebung im deutschen Einzelhandel zum Jahresende gab das Unternehmen einen verhaltenen Ausblick für 2005. Die Firmennachrichten sorgten für einen Kursrutsch der Medion-Aktie.

HB DÜSSELDORF. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich im vergangenen Jahr auf 90 (Vorjahr: 179) Mill. € halbiert, teilte Medion am Montag unter Berufung auf vorläufige Berechnungen mit. Das operative Ergebnis lag damit unter dem im November reduzierten Ziel von 95 bis 105 Mill. €. Der Umsatz fiel ebenfalls merklich auf 2,62 (2,9) Mrd. €, lag damit aber am oberen Ende der zurückgenommenen Erwartungen.

Während auf dem heimischen Markt die Kaufzurückhaltung der Verbraucher die Erlöse auf 1,55 (1,92) Mrd. € drückte, verzeichnete das Unternehmen im Ausland trotz Belastungen durch den schwachen Dollar einen steigenden Umsatz. Damit legte der Auslandsanteil zu auf 41 (34,5) Prozent.

Das Weihnachtsgeschäft war früheren Angaben zufolge besser als erwartet gelaufen. Weil Medion-Handelspartner wie Aldi wegen der Konsumschwäche zurückhaltend geordert hatten, waren Produkte in kurzer Zeit ausverkauft. Die Wiederholung erfolgreicher Aktionen habe dann allerdings zu höheren Transport- und Logistikkosten geführt, teilte Medion nun mit.

„Im vierten Quartal des Jahres 2004 wurden im Handel in Deutschland positive Signale spürbar“, erklärte das Unternehmen und sprach von einer ermutigenden Entwicklung. „Wir werden die Augen aber nicht vor den weiterhin bestehenden Unsicherheiten verschließen“, hieß es allerdings einschränkend.

Der Kurs der im Mittelwerte-Index MDax notierten Medion-Aktien lag am Vormittag zehn Prozent im Minus auf 15,77 €. Analyst Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bezeichnete die Geschäftsergebnisse als enttäuschend. Das Institut senkte die Bewertung für die Aktien auf „Underperformer“ von „Marketperformer“.

Auffällige Kursbewegungen vor einer Gewinnwarnung im Sommer hatten die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan gerufen. Die Behörde hatte wegen des Verdachts auf Insidergeschäfte mit Medion-Aktien Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf erstattet. Die Anzeige richte sich nicht gegen bestimmte Personen oder das Unternehmen, hatte im Dezember ein BaFin-Sprecher gesagt. Bereits bevor das Unternehmen Ende Juli überraschend die Aufgabe seiner Geschäftsziele für 2004 mitgeteilt hatte, war der Aktienkurs unter Druck geraten.

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