Weitere Zukäufe geplant
Geschäft von Carl Zeiss brummt

Die unerwartet gute Nachfrage nach Halbleiterprodukten bekommt auch dem Optoelektronik-Spezialisten Carl Zeiss gut. Der Technologiekonzern plant nach dem Gewinnzuwachs im ersten Geschäftshalbjahr 2004/05 nun weitere Zukäufe.

HB STUTTGART. „In der Halbleitertechnik haben wir gegen den schwächeren Branchentrend zugelegt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Kurz am Donnerstag in Stuttgart. Vor den Wettbewerbern habe Carl Zeiss einen technologischen Vorsprung. Im Jahresverlauf werde das Wachstum jedoch an Dynamik verlieren, was Zeiss jedoch ohne Stellenstreichungen verkraften werde. Der Umsatz der größten Zeiss-Sparte stieg in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) um 52 % auf 361 Mill. € und damit trieb damit auch die Erlöse des Konzerns an.

„Wachstumsmotor war das Industrie-Geschäft mit Halbleitern, Optisch-elektronischen System und Messtechnik“, sagte Kurz. Die Umsätze im Konsumgeschäft mit Brillengläsern und die Mikroskopie seien dagegen schwach geblieben. Zeiss spüre dort Preisdruck und die Gesundheitsreform, die die Nachfrage nach Brillengläsern in Deutschland massiv drücke. Durch die Einbringung des Brillengläser-Geschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Hersteller Sola erschließe sich Zeiss jedoch neue Märkte. An dem Gemeinschaftsunternehmen ist Zeiss mit 50 % beteiligt und berücksichtigt die Sparte daher künftig nur noch im Beteiligungsergebnis.

Für den Konzern bekräftigte Kurz, dass der Umsatz im gesamten Geschäftsjahr um sechs Prozent zum Vorjahreswert von 2,14 Mrd. € steigen werde. In den ersten sechs Monaten wuchs der Umsatz um zwölf Prozent auf 1,151 Mrd. €. Das Ergebnis legte dazu überproportional zu. Vor Steuern und Zinsen verdiente die Carl Zeiss-Gruppe mit 105 Mill. € knapp dreimals so viel wie vor Jahresfrist. Nach Steuern verblieben 67 Mill. €, ein Zuwachs von 130 %.

Die Kosten seien unter anderem durch günstigere Produktionsbedingungen in China gestrafft worden, die neu entwickelten Produkte brächten hohe Margen ein. Die operative Umsatzrendite erreichte dadurch knapp zehn Prozent, was als Zielrendite gilt. Auch am Ende des Geschäftsjahres soll das Ergebnis höher ausfallen als im Vorjahr, prognostizierte der im Stiftungsbesitz befindliche Konzern.

Zeiss plant weitere Zukäufe. „Wir erweitern uns im großen Umfang“, sagte Kurz. Verstärkt will Zeiss in die Nanotechnologie einsteigen. Der Spezialist für Nanostrukturierung NaWoTec GmbH in Rossdorf (Hessen) werde in Kürze gemeinsam von einer Investorengruppe vollständig übernommen. Carl Zeiss beschäftigte zum 31. März rund 14 000 Mitarbeiter, davon etwa 9000 in Deutschland.

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