Weltbild-Verlag: „Die Kirche handelt asozial“

Weltbild-Verlag
„Die Kirche handelt asozial“

Nach dem Zahlungsstopp der katholischen Kirche können die Mitarbeiter des insolventen Weltbild-Verlags aufatmen. Ihre Löhne sind vorerst sicher. Gewerkschafter haben die Kirche derweil für ihr Verhalten attackiert.
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MünchenDer Insolvenzverwalter des Weltbild-Verlages hat die Löhne der Mitarbeiter vorerst gesichert. Bereits am Wochenende sei die Vorfinanzierung der Gehälter gelungen, teilte Arndt Geiwitz am Montag nach Gesprächen mit der Belegschaft mit. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt nun bis zu drei Monate Insolvenzgeld. Zu den Zukunftschancen des bisher kirchlichen Verlags hielt sich Geiwitz bedeckt. Es sei noch keine sichere Prognose möglich. Es liefen Gespräche mit allen Seiten, auch mit Lieferanten, Großkunden und Finanzierungspartnern.

Die katholische Kirche hatte den Verlag mit seinen 6300 Mitarbeitern am Freitag in die Pleite geschickt. Die kirchlichen Gesellschafter wollten kein Geld mehr in das zuletzt verlustreiche Unternehmen investieren. Der Schritt stieß bei der Gewerkschaft auf heftige Kritik: „Die Kirche handelt asozial und jagt fast 7.000 Mitarbeiterinnen zum Teufel“, schimpfte Verdi. „Die Geistlichen haben den Glauben an ihr Unternehmen verloren, obwohl die Fachleute im Aufsichtsrat, Unternehmensberater und Banken Grünes Licht für ein Sanierungskonzept gegeben hatten.“ Weltbild sei zu retten, „wenn die Kirchenfürsten Wort halten“. Die Pleite bedeute den moralischen Bankrott der katholischen Kirche.

Auch die bayerische Staatsregierung sieht in erster Linie die Kirche in der Pflicht. Das Kabinett erinnerte die Kirche am Montag an ihre „besondere Verantwortung“. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) schloss Staatshilfe kategorisch aus. „Es werden hier definitiv keine Steuergelder für die Rettung eingesetzt“, sagte sie dem „Münchner Merkur“ (Dienstag). Am Donnerstag werde sie zusammen mit Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) mit den betroffenen Mitarbeitern sprechen.

Der Klerus wehrt sich gegen die Schuldzuweisungen. „Wir konnten es als Gesellschafter nicht verantworten, auf absehbare Zeit dreistellige Millionensummen aus Kirchensteuermitteln zu investieren“, sagte der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir sind überrascht worden von dem Kapitalbedarf“, sagte Marx. Die Kirche stehe „in Verantwortung für die Mitarbeiter, aber wir haben auch Verantwortung für die Kirchensteuerzahler“. Marx selbst tat sich in der Vergangenheit als Sozialethiker seiner Kirche hervor und kritisierte während der Finanzkrise öffentlich die Auswüchse des zeitgenössischen Kapitalismus.

Die Eigentümer hatten zuletzt mangels Käufern versucht, Weltbild in eine Stiftung zu überführen. Nachdem das Geschäft aber im zweiten Halbjahr 2013 unerwartet schlecht gelaufen war, scheiterte dieser Vorstoß. Nach Unternehmensangaben wollten Eigner und Kreditgeber überraschend kein Geld mehr zuschießen. Einer der Auslöser sei ein Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr gewesen.

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  • Jetzt können sich die Insolvenzverwalter wieder die Taschen vollstopfen, in Wirklichkeit ist kein Interesse am Weiterleben des Verlages von deren Seite, wieviel Geld fließt in die Taschen der Personen als Provision von Konkurrenzunternehmen für das aus des Verlages hat sich das schon jemand gefragt

  • Einen größeren Blödsinn habe ich hier noch nie gelesen, sorry.

  • Die arbeitsverweigerung des Managements hat Carel Halff sogar vor der Fernsehkamera des lokalen TV Senders zugegeben. Auf die aktuellen Probleme angesprochen sagte er: "die Welt, und nicht weltbild, hat sich verändert ". Heisst das nicht, das Management hat sich auf seinen Lorbeeren der Vorjahre ausgeruht?

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