Weltgrößter Handychip-Produzent baut Forschung aus
Milliarden-Polster gibt Qualcomm Sicherheit

Die Mobilfunk-Branche ist alarmiert. Analysten gehen davon aus, dass das Handygeschäft angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise 2009 zum ersten Mal seit vielen Jahren zurückgeht. Qualcomm-Chef Paul Jacobs zeigt sich trotzdem zuversichtlich.

BERLIN. Der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Herstellers von Mobilfunkchips ist überzeugt, dass sein Unternehmen als Gewinner aus der Krise hervorgeht. Der Grund: Qualcomm profitiert davon, dass die Kunden ihre einfachen Handys zunehmend gegen Geräte der neuesten Generation austauschen. Auf diesem Gebiet kommt kaum ein Hersteller an Qualcomm vorbei, weil die Amerikaner wichtige Patente halten.

"Das Geschäft mit Modellen der dritten Generation wird ungeachtet der Krise wachsen", sagte Jacobs im Gespräch mit dem Handelsblatt. In Deutschland besitzen erst rund ein Fünftel aller Mobiltelefonierer die als UMTS-Handys bekannten Geräte. Für diese modernen Telefone liefert Qualcomm nicht nur die Chips, sondern vergibt auch Lizenzen für die Nutzung wichtiger Technologien an andere Halbleiterhersteller sowie Handyproduzenten.

Der US-Konzern Qualcomm ist in Deutschland in der Öffentlichkeit noch wenig bekannt. Zu Unrecht, denn das Unternehmen aus Kalifornien hat sich in den vergangenen Jahren zum größten Handychip-Anbieter weltweit mit einem Umsatz von rund zehn Mrd. Dollar entwickelt. Qualcomm besitzt im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten aber keine teuren eigenen Fabriken, sondern vertraut voll auf Auftragsfertiger. "Dieses Geschäftsmodell zahlt sich aus, denn so haben wir viel Geld in der Kasse und keinerlei Schulden", betonte Jacobs. Qualcomm hat flüssige Mittel von etwa 13 Mrd. Dollar zur Verfügung. Deshalb werde der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm trotz der herannahenden Wirtschaftskrise auch wie geplant fortsetzen, unterstrich der Manager.

Vielen Wettbewerbern im Geschäft mit Handychips steht dagegen das Wasser bis zum Hals. Ein Grund dafür sind teure Werke, die im Abschwung schlecht ausgelastet sind. Der US-Konzern Freescale hat jüngst angekündigt, seinen Handy-Bereich so schnell wie möglich abzugeben oder mit einem Partner zusammen zu legen. Auch Texas Instruments möchte einen Teil seiner Mobilfunksparte verkaufen, weil die Margen nicht mehr stimmen. Die europäischen Chiphersteller NXP und ST Microelectronics haben ihre Handyeinheiten jüngst fusioniert. Deutschlands größter Chiphersteller, Infineon aus München, kämpft in seiner Kommunikationssparte schon seit Jahren mit roten Zahlen.

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