Zwei Fonds wollen die kanadische Telefongesellschaft BCE
übernehmen und damit den weltgrößten fremdfinanzierten Unternehmenskauf stemmen. Doch nach einer Gerichtsentscheidung haben die Kreditgeber, darunter Deutsche Bank
und Citigroup
, die Konditionen verschärft. Der Deal könnte scheitern.
HB. Obwohl der Oberste Gerichtshof Kanadas vergangene Woche grünes Licht für den größten fremdfinanzierten Buyout (LBO) weltweit gegeben hat, droht die Übernahme von BCE
zu platzen. Die Banken versuchen den Käufern härtere Bedingungen für die Finanzierung der 52 Mrd. kanadische Dollar (33 Mrd. Euro) schweren Übernahme aufzwingen, verlautete aus informierten Kreisen.
Ontario Teachers' Pension Plan und Providence Equity Partners wollen die größte kanadische Telefongesellschaft BCE
übernehmen und von der Börse nehmen. Dagegen hatten Anleihegläubiger von BCE
geklagt, weil sie den Wert ihres Investments schwinden sahen.
Nachdem ein Berufungsgericht zunächst den Buyout blockierte, weil er die Anleihegläubiger übervorteile, hat Kanadas höchstes Gericht am vergangenen Freitag nach Börsenschluss diese Entscheidung kassiert. Die Aktie hatte daraufhin nachbörslich 6,9 Prozent auf 37 kanadische Dollar zugelegt.
Aber jetzt wollen die Banken, die die Finanzierung des Buyouts übernehmen sollen, den Käufern strengere Konditionen für die 34 Milliarden kanadische Dollar an Anleihen und Krediten für das LBO aufzwingen. Außerdem sollen die Käufer einen höheren eigenen Kapitalanteil einbringen, berichten zwei mit der Transaktion vertraute Personen, die ihre Namen nicht genannt haben wollten.
Führend bei diesen Verhandlungen sind Citigroup
Inc. und die Deutsche Bank
AG. Beide Kreditinstitute hatten bereits bei der Übernahme des Radiosenders Clear Channel
Communications Inc. einen niedrigeren Preis und höhere Finanzierungskosten durchgesetzt.
Daneben sind auch die Royal Bank of Scotland
und die Toronto
-Dominion Bank aus Toronto an der Finanzierung beteiligt. Laut informierten Kreisen liefen bereits am Wochenende Verhandlungen. BCE
hatte nach der Entscheidung des Obersten Gerichts die Frist bis zum Abschluss des LBO vom 30. Juni auf das Ende des dritten Quartals verschoben.
Es wird vermutet, dass die Kreditinstitute die Käufer drängen, weniger Fremdkapital aufzunehmen und mehr als die bisher angekündigten 7,75 Milliarden Dollar an Eigenkapital zu investieren.

