Weltmarktanteil auf dem niedrigsten Stand seit 1999
Alarmsignal für Siemens-Handys

Für den deutschen Handy-Hersteller Siemens schrillen die Alarmglocken immer lauter: Obwohl der globale Handy-Absatz im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent gestiegen ist, fiel der Weltmarktanteil des krisengeplagten Münchner Konzerns deutlich und erreicht mit nur noch 5,5 Prozent (Vorjahresquartal: 8,0 Prozent) den niedrigsten Stand seit 1999.

hst STOCKHOLM. Wie die Analysten des angesehenen Marktforschungsinstitutes Gartner in ihrem neuesten Bericht über den weltweiten Handy-Markt anmerken, ist der tiefe Fall ein Zeichen der „Unsicherheit über die Zukunft des Siemens-Handygeschäfts“. Ein weiteres Problem für den Münchener Konzern: Die Gewinnmargen bei Handys sinken. Vor allem die Kunden in Asien und Osteuropa fragen laut Gartner preiswerte Telefone nach und haben damit die Margen für die Hersteller gedrückt. Die Großen der Branche können diesen Preisdruck durch hohe Produktionsvolumen ausgleichen, kleine Hersteller wie Siemens oder die japanisch-schwedische Sony Ericsson nicht.

Siemens verkaufte in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur noch 9,9 (12,3) Mill. Handys, obwohl fast alle anderen Mobiltelefonhersteller in dem Zeitraum zulegten. Der neue Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte erst vor einem Monat angekündigt, demnächst einen starken Partner für die Handy-Sparte zu präsentieren und damit eingeräumt, dass das Unternehmen nicht mehr aus eigener Kraft die Wende herbei führen kann.

Dabei ist das Umfeld für Mobiltelefone nach den Gartner-Experten in diesem Jahr besonders günstig: In sämtlichen Regionen der Welt stieg der Handy-Absatz. Vor allem die Branchenführer Nokia, Motorola und Samsung profitierten von einem Nachfrage-Boom in Asien. Das Marktforschungsinstitut hob deshalb auch seine Prognose für den weltweiten Handy-Absatz 2005 von bisher 720 auf nunmehr 750 Mill. Geräte an.

Nach der Gartner-Analyse bleibt der bisherige Branchenführer Nokia aus Finnland mit einem Weltmarktanteil von 30,4 (Vorjahr: 28,8) Prozent unangefochten an der Spitze. Motorola legte als Nummer zwei ebenfalls zu und kam auf 16,8 (16,6) Prozent, gefolgt von Samsung mit 13,3 (12,6) Prozent. Siemens belegt zusammen mit Sony Ericsson (5,5 Prozent) hinter LG Electronics (6,2 Prozent) den fünften Platz. Gartner-Analyst Ben Wood rechnet damit, dass einige der kleineren Handy-Produzenten den Markt vollständig verlassen werden. „Andere werden vermutlich übernommen“, sagt der Experte.

Branchenprimus Nokia, der im vergangenen Jahr den Trend zu aufklappbaren Handys verschlafen hatte und kurzzeitig auf weniger als 30 Prozent Marktanteil rutschte, will in diesem Jahr mit einer Reihe neuer Produkte seine Vormachtstellung festigen. Im Herbst werden die Finnen mit dem Internet Tablet 770 einen tragbaren Bildschirm auf den Markt bringen, mit dem man über W-Lan ins Internet kommt und seine E-Mails bearbeiten kann.

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