Wenig Wachstumschancen
Intel enttäuscht die Anleger

Der weltgrößte Chiphersteller konnte im vergangenen Jahr den Abwärtstrend stoppen. Der schrumpfende PC-Markt bleibt das wichtigste Standbein. Neue Geschäftsfelder tun sich nur langsam auf.
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San FranciscoIst die Talsohle erreicht? Ein leichtes Umsatzplus beim Chipfertiger Intel schürt Hoffnungen, dass sich der Abwärtstrend bei PC-Chips zum Stillstand gekommen ist. Dann wäre es an der Zeit, die Aufmerksamkeit den Wachstumsfeldern zuzuwenden. Doch wo sind die? Die Anleger zögern. Nachbörslich fiel die Aktie in New York bis zu fünf Prozent.

Intel-Chef Brian Krzanich formuliert es so: „Wir hatten ein solides viertes Quartal mit Zeichen der Stabilisierung in der PC-Sparte.“ Laptop- und Desktop-Computer mit Windows-Betriebssystem sind noch immer die größten Absatzkanäle für die Chips, die bei Intel gefertigt werden. Vor dem Hintergrund des Booms bei Smartphones und Tablets fielen 2013 die PC-Verkäufe aber kräftig, und auch der zähe Start von Windows 8 brachte keine Erleichterung. Doch während im ganzen Jahr 2013 der Intel-Gewinn um 13 Prozent nachgab, verzeichnete das vierte Quartal mit 2,6 Milliarden Dollar ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im vierten Quartal erreichte der Umsatz 13,8 Milliarden Dollar, ein Plus von drei Prozent, wobei die PC-Sparte mit 8,6 Milliarden Dollar praktisch auf Vorjahresniveau verharrte. Kräftig aufwärts ging es mit den Server-Bausteinen. Intel profitiert hier vom Trend zum Cloud Computing. Der Bedarf an Servern für Rechenzentren ist ungebrochen. Aber mit drei Milliarden Dollar Umsatz ist der Bereich nicht in der Lage, die PC-Sparte abzulösen. Zumal es auch hier schlechte Nachrichten gibt.

Mit acht Prozent ist das Wachstum zum Vorjahr deutlich verlangsamt gegenüber dem Vorquartal mit zwölf Prozent. Finanzvorstand Stacy Smith räumte im Analystengespräch ein, dass der Trend zur Virtualisierung von Servern die Verkäufe von Server-Chips beeinträchtige.

Bei der Virtualisierung werden auf einem physischen Server durch entsprechende Software mehrere „virtuelle“ Server angelegt. Dadurch wird die Hardware viel effektiver ausgelastet. Statt drei oder vier Kästen ist nur noch einer nötig, aber jeder Nutzer hat das Gefühl einen eigenen Server zu besitzen.

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