Weniger Kunden
Telekom senkt eigene Ziele für Internet-TV

Bislang war die Deutsche Telekom davon ausgegangen, bis Ende 2007 eine Million Kunden für ihr Internetfernsehen zu gewinnen. Jetzt schraubt der Konzern die Erwartungen an das in dieser Woche gestartete Internetfernsehen herunter.

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. „Wir werden bis Jahresende bei einer knapp sechsstelligen Kundenzahl sein“, sagte Kai Höhmann, Leiter Strategie und Internationales bei der Festnetzsparte T-Com, am Donnerstag in München. Für das kommende Jahr erwartet er „ eine deutlich sechsstellige Kundenzahl“. Bislang war die Telekom davon ausgegangen, bis Ende 2007 eine Million Kunden für ihr Internetfernsehen zu gewinnen.

Der Bonner Riese überträgt sein Fernsehprogramm, das neben 100 Sendern auch die Fußball-Bundesliga umfasst, nur auf seinem neuen Hochgeschwindigkeitsnetz (VDSL). Wegen eines zähen Streits um die Regulierung liegt das Netz bislang erst in zehn Städten. Die Telekom will das Netz dort so weit ausbauen, dass sie bis Ende des Jahres sechs Mill. Haushalte erreicht. Bisher decken die Superleitungen nur gut drei Mill. Haushalte ab.

Der Start des neuen Netzes verlief holprig. Nach monatelangen Verzögerungen hat die Telekom am Dienstag ihr erstes Fernsehangebot gestartet. Eigentlich sollte das Internet-Fernsehen bereits zum Beginn der Bundesliga im Sommer starten. Die Telekom hatte zuvor für die Rekordsumme von 43 Mill. Euro die Online-Rechte der Liga erworben.

Das Angebot aus Internet, Telefonie und Fernsehen, in der Branche Triple Play genannt, bietet die Telekom für 80 bis 110 Euro monatlich an. Der Konkurrent Hansenet offeriert ein vergleichbares Angebot mit 30 TV-Sendern schon für 65 Euro. Allerdings läuft das Angebot der Telecom-Italia-Tochter über eine gewöhnliche Internet-Leitung, deren Kapazität nicht so viele parallele Anwendungen ermöglicht wie VDSL. Eine schnelle Preissenkung plant die Telekom vorerst nicht. Man lasse sich auf keinen Preiskampf ein, sagte der T-Com-Manager Höhmann auf den Münchener Medientagen. „Preisen senken kann jeder“, sagte der Konzernstratege.

In der Fernsehbranche werden die Anstrengungen der Telekom im Internetfernsehen sehr ernst genommen. „So bald die Telekom über die Grenze von 100 000 Kunden springt, wird sie zu einem relevanten Marktteilnehmer“, sagt ein Insider des Privatfernsehens. Vor allem der Konkurrent und Partner, der Bezahlsender Premiere, sowie die beiden Kabelkonzerne Kabel Deutschland (KDG) und Unity Media (Ish, Iesy) beobachten die Telekom genau.

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