Weniger Kunden: Versatel baut Vorstand um

Weniger Kunden
Versatel baut Vorstand um

Nach nur einem Jahr muss Marketing- und Vertriebsvorstand Christian Schemann bei Versatel seinen Hut nehmen. Der Internetanbieter leidet unter dem harten Preiskampf auf dem DSL-Markt. Experten fürchten, dass das Unternehmen große Probleme bei der Kundengewinnung hat.

DÜSSELDORF. Der Festnetzanbieter Versatel hat erneut seinen Vorstand umgebaut. Experten sehen darin ein Zeichen, dass der Konzern Probleme mit der Kundengewinnung hat. Denn es ist der Marketing- und Vertriebsvorstand Christian Schemann, der seinen Hut nach nur einjähriger Tätigkeit im Vorstand nimmt. „Das ist ein Warnsignal, dass möglicherweise die Kundenzahlen enttäuschend sind“, sagt Frank Rothauge, Analyst von Sal. Oppenheim. Den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert das Düsseldorfer Unternehmen am 19. März.

Versatel begründete den Schritt mit „der kontinuierlichen Überprüfung von Strukturen und Prozessen im Unternehmen, besonders in Hinblick auf die Herausforderungen des wirtschaftlichen und wettbewerbsintensiven Marktumfeldes“. Die Nummer fünf des DSL-Marktes leidet ebenso wie seine Wettbewerber unter dem harten Preiskampf auf dem DSL-Markt. Experten rechnen mit einer baldigen Konsolidierung, bei der Versatel ebenso wie Hansenet und Freenet als Übernahmekandidat gilt. Das Unternehmen erzielte 2007 einen Umsatz von 700 Mio. Euro.

Die Aufgaben des scheidenden Vertriebschefs teilt sich der Vorstandsvorsitzende Peer Knauer mit Hai Cheng, seinem langjährigen Vertrauten und bisherigen Vorstand für Großhandel und Geschäftskunden. Cheng übernimmt zusätzlich den Vertrieb für Geschäftskunden, Knauer leitet das Privatkundengeschäft, das rund die Hälfte des gesamten Umsatzes ausmacht.

Neu geschaffen wird die Position des Chief Operation Officers. Aber auch dafür kommt kein neuer Manager an Bord – den Posten erhält Joachim Bellinghoven, Chief Information Officer, zusätzlich. „Durch die Schaffung dieser Position sind wir optimal aufgestellt, um durch die Bündelung von Technik und IT interne Prozesse zu verbessern und in diesem Zusammenhang die Produktionskosten deutlich zu senken“, sagte Knauer. Allein für Finanzchef Max Padberg ändert sich nichts. Er ist seit dem vergangenen Juli an Bord. Von seinem Vorgänger trennte sich Knauer Ende 2007, als der Aktienkurs nach einer überraschenden Prognosesenkung kurz nach dem Bericht der Quartalszahlen eingebrochen war. Gestern verlor das Versatel-Papier an der Börse rund zwei Prozent.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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