Weniger Umsatz als erwartet - Aktie fällt: T-Online bleibt hinter Erwartungen zurück

Weniger Umsatz als erwartet - Aktie fällt
T-Online bleibt hinter Erwartungen zurück

Der größte europäische Internetanbieter T-Online hat die Gewinnerwartungen der Analysten im vierten Geschäftsquartal 2003 und im abgelaufenen Jahr verfehlt. Seine eigenen Prognosen erfüllte das Unternehmen jedoch.

HB DARMSTADT. Für das laufende Jahr kündigte T-Online zwar weitere Erlös- und Gewinnzuwächse an. Diese wurden von Analysten jedoch als konservativ eingeschätzt. Die Anleger reagierten am Dienstag mit massiven Verkäufen. Die im TecDax notierte Aktie, deren Kurs sich binnen Jahresfrist verdoppelte, verlor bis zum späten Nachmittag rund zehn Prozent auf 9,50 €. Ein Händler sagte, „Ausschlag gebend sind wohl die schlechter als erwartet reingekommenen Zahlen, auch wenn ich die Kursbewegung für übertrieben halte.“ Der Anteilseigner Lagardere dementierte, Aktien zu verkaufen.

Das wegen des Weihnachtsgeschäfts gewöhnlich starke Kundenwachstum sei 2003 wegen zunehmenden Wettbewerbs um Neukunden für schnelle Internet-Anschlüsse über DSL enttäuschend verlaufen, teilte T-Online bei der Vorlage seiner Bilanz in Darmstadt mit. Infolge verstärkter Aktivitäten von Wettbewerbern wie United Internet oder Freenet sah sich T-Online mit einem deutlich geschrumpften Marktanteil am Neukundengeschäft konfrontiert. Trotz eines erwarteten Reingewinns von bis zu 250 Mill. € im Jahr 2004 wollte sich die Internet-Tochter der Deutschen Telekom noch nicht darauf festlegen, an die Aktionäre erstmals seit dem Börsengang im Jahr 2000 eine Dividende zu zahlen.

2004 soll der Umsatz wie im abgelaufenen Jahr um 18 % auf bis zu 2,25 Mrd. € und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) auf 400 bis 450 Mill. € steigen. Analysten äußerten sich enttäuscht zu dem Geschäftsausblick. „Das jagt keinen hinter dem Ofen vor“, sagte Analyst Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin. Es werde für den Marktführer zunehmend schwieriger, die bisherigen Wachstumsraten zu halten, sagte auch BNP-Paribas-Analystin Alexandra Lord. Die wieder ausgeweiteten Verluste der Auslandstöchter in Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz belasteten zusätzlich.

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