Wer will RIM?
Mögliche Käufer für den Blackberry-Hersteller

Der Blackberry-Hersteller hat das Vertrauen seiner Aktionäre verloren. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, dem Unternehmen droht der Ausverkauf. Hier sind die möglichen Retter in der Not.
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San FranciscoResearch in Motion besteht aus zwei großen Geschäftsbereichen, Hardwareproduktion mit 59 Prozent des Umsatzes und dem eigentlichen Hochsicherheits-Daten-Netzwerk Blackberry, das 36 Prozent des Umsatzes liefert. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund vier Milliarden Dollar und der Cashbestand liegt bei 2,2 Milliarden Dollar. Wer könnte sich dafür interessieren? Hier die aussichtsreichsten Kandidaten:

Microsoft: Der Softwarekonzern hat einen massiven Anteil an Geschäftskunden und gerade erst selbst sein Smartphone-Geschäft überarbeitet und einen Tablet-PC angekündigt. Blackberrys Hardware-Sparte, der Konzern will seine zehn Fertigungsstandorte auf drei reduzieren, könnte an Nokia weiterverkauft werden. Mit einer Blackberry-Integration in Windows Phone würde sich Microsoft den Zugang zum Regierungsgeschäft langfristig sichern. In vielen Regierungen und Behörden ist das sichere Blackberry-Netz heute Vorschrift. Auch Barack Obama hat einen Blackberry.

Dell oder HP: Beide PC-Hersteller befinden sich in einem dramatischen Wandel vom Fertiger zum Full-Service-Anbieter für Geschäftskundenlösungen. Beide haben den Smartphone- und Tablet-Boom verschlafen, beziehungsweise sie sind in dem Markt gescheitert, und haben ebenfalls einen hohen Anteil an Geschäfts- und Regierungskunden. HP oder Dell könnten auch das Hardware-Geschäft integrieren und Blackberry zum Beispiel auf Laptops einführen. Allerdings: HP hat sich mit dem Kauf des gefallenen Smartphone-Pioniers Palm schon einmal milliardenschwer die Finger verbrannt.

Facebook: Angeblich plant das Social Network ein eigenes Smartphone, um sich den Zugang zu seinen Kunden zu sichern und die Monetarisierung der Mobil-Nutzer voranzutreiben. Mit Blackberry bekäme CEO Mark Zuckerberg mit einem Schlag das benötigte Know-How, die schwer zu bekommenden Hard- und Software-Ingenieure und tausende Patente im Mobilfunkbereich. Das nötige Kapital für eine Übernahme wäre seit dem Börsengang auch vorhanden und ein Start Anfang 2013 mit Blackberry 10 wäre zeitlich auch im Rahmen und schneller als bei einer Eigenentwicklung.

Oracle: Seit dem Kauf des PC- und Serverfertigers Sun baut der Anbieter von Business-Software sein Hardware-Geschäft kontinuierlich aus. Will Oracle in dem Bereich langfristig erfolgreich sein, wäre die Ausweitung in den Mobilfunkbereich zwingend. RIM böte das richtige Gesamtpaket für den Einstieg.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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