Werbeboom
Radios dudeln sich zum Rekordjahr

Die Renaissance des Hörfunks: Deutschlands Radiosender erleben einen ungeahnten Werbeboom. Dabei profitiert der Hörfunk von der Verunsicherung der TV-Werbekunden sowie der Schnelligkeit und Flexibilität des Mediums. Allen voran der Erfolg von Radiowerbung ist einer der Hauptgründe für das Wachstum der Sender.

KÖLN. "Wir wachsen in diesem Jahr zwischen sechs und acht Prozent netto“, sagte Robert Limper, Geschäftsführer des größten privaten Hörfunkvermarkters RMS, dem Handelsblatt. Auch die ARD berichtet von starkem Wachstum. "2007 werden wir das Jahr mit einem Plus von mindestens fünf Prozent abschließen“, sagt Achim Rohnke, Chef der ARD -Werbung.

Für die Renaissance des Hörfunks sorgt einerseits die Verunsicherung der TV-Werbekunden von Pro Sieben Sat 1 und RTL. Anderseits ist nach Meinung der Marktteilnehmer die Schnelligkeit und Flexibilität des Mediums im Vergleich zur Konkurrenz von Fernsehen und gedruckten Medien ein Erfolgsgrund. Der Hörfunk profitiert zudem davon, dass er stärker für die Imagebildung von Unternehmen eingesetzt wird. Beispielsweise hatte die fränkische "Peter-Bräu“, Hersteller des Getränks "Bionade“, bei ihrer Werbekampagne vor allem auf das Radio gesetzt.

"Der Erfolg von Radiowerbung beim Verkauf von Produkten ist einer der Hauptgründe für das Wachstum der Sender“, sagt Rohnke, der seit vielen Jahren den Hörfunkmarkt bestens kennt. Sein Unternehmen, die ARD -Werbung, vermarktet längst nicht mehr nur die 32 öffentlich-rechtlichen Sender der Gruppe, sondern auch 31 Privatradios, darunter die Radiotöchter des Fernsehkonzerns RTL.

Zusätzliche, unerwartete Werbemillionen beschert dem Hörfunk das private Fernsehen. Anfang Oktober hatten Pro Sieben Sat 1 und RTL wegen Verdachts illegaler Rabattverträge bei ihren Werbezeitvermarktern eine Rekordstrafe von insgesamt 216 Mill. Euro hinnehmen müssen. "Die Kartellamtsproblematik sorgt dafür, dass rund 300 Mill. Euro Werbeumsatz vom Fernsehen zu anderen Medien abwandern. Davon profitiert das Radio“, sagt ARD -Werbemanager Rohnke.

Die Kartellwächter hatten die so genannten Share-Deals beim Verkauf von Fernsehwerbung gerügt. Dabei verpflichten sich Mediaagenturen, einen gewissen Anteil ihres Werbebudgets bei einem bestimmten Vermarkter zu platzieren. Die Mediaagentur bekommt dafür Gratis-Spots, die sie wiederum weiterverkaufen oder zur Pflege neuer Kunden einsetzen kann. Diese jahrelange Praxis wird nun durch neue Werbemodelle abgelöst, die aber kompliziert und intransparent sind. Profiteure sind die Radios. Die Verunsicherung im Markt ist derzeit groß. "Viele Kunden haben sich noch nicht festgelegt, in welchen Markt sie ihr Werbegeld investieren wollen“, sagt Andreas Fuhlisch, Sprecher der Geschäftsführung bei RMS.

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