Werbekampagne
WAZ-Gruppe prangert Anzeigenpolitik der RAG an

Der Mischkonzern RAG will sich einen neuen Namen geben. Deshalb wurde eine bundesweite Werbekampagne in Tageszeitungen, Zeitschriften, Fernsehsendern und im Internet gestartet. Doch die stößt einigen übel auf: Die Essener Mediengruppe WAZ wirft der RAG vor, kritische Berichterstattung durch den Entzug von Anzeigen zu bestrafen.

mjh DÜSSELDORF. Die Essener Mediengruppe WAZ wirft dem an die Börse strebenden Essener Mischkonzern RAG vor, kritische Berichterstattung durch den Entzug von Anzeigen zu bestrafen. Die RAG wies dies umgehend zurück. „Der Vorwurf der WAZ-Gruppe ist für uns weder nachvollziehbar noch trifft er zu“, sagte ein RAG-Sprecher.

Die frühere Ruhrkohle will sich nach der Abspaltung des defizitären Bergbaus an diesem Mittwoch einen neuen Namen geben. Deshalb wurde vor zehn Tagen die Konzernzentrale in Essen verhüllt und eine bundesweite Werbekampagne in Tageszeitungen, Zeitschriften, Fernsehsendern und im Internet gestartet. Alles in allem lässt sich der Konzern nach eigenen Angaben die Namensfestspiele knapp 20 Mill. Euro kosten. Denn der neu formierte Konzern braucht ein breites Medienecho, damit der für Mitte nächsten Jahres geplante Börsengang ein Erfolg wird.

Wie ein WAZ-Sprecher sagte, seien in vergleichbaren Zeitungen drei Mal so viele Anzeigen geschaltet worden wie in den WAZ-Titeln. Der WAZ sei durch diesen Entzug von Anzeigen eine Million Euro Umsatz entgangen. Die WAZ-Gruppe führt die Anzeigenpolitik der RAG darauf zurück, dass in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) kritisch über RAG-Chef Werner Müller berichtet worden sei.

Der Konzern wies diese Darstellung zurück. Die RAG schalte im Rahmen der laufenden Kampagne in 32 Zeitungen und Zeitschriften Anzeigen. Auf WAZ-Titel entfielen fast 600 000 Euro, was Platz vier unter den Tageszeitungen bedeute. „Die WAZ erhält damit deutlich mehr als viele andere Blätter“, so der RAG-Sprecher. Im Übrigen sei der RAG-Vorstand in dieser Sache von der WAZ nicht angesprochen worden.

Nach WAZ-Angaben soll es dagegen bei Gesprächen Hinweise auf eine Abstrafung gegeben haben. WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach sagte: „Jeder kann sein Geld ausgeben, wie er will. Auf uns macht das keinen Eindruck. Wir schützen unsere Journalisten sowohl vor Einflussnahme durch Anzeigenschaltung als auch durch Anzeigenentzug.“

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