Werbemarkt
Facebook-Chef will deutsche Konkurrenten aushebeln

Das soziale Netz Facebook drängt nach Europa. Firmenchef Mark Zuckerberg hat es auf die Werbe-Milliarden regionaler Kunden abgesehen - und stellt etliche Anzeigenverkäufer in den lokalen Büros ein. Das Business-Netz LinkedIn mischt in dem Kampf um Nutzer mit.
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DÜSSELDORF. Das soziale Netz Facebook drängt nach Europa. Dazu stellt die Firma des Amerikaners Mark Zuckerberg kräftig Personal ein. Sein Ziel ist, regionale Werbekunden zu gewinnen - ein Feld, auf dem in Deutschland bislang die Berliner VZ-Gruppe (SchuelerVZ, StudiVZ, MeinVZ) stark ist. Auch dem Hamburger Business-Netz Xing setzt ein US-Konkurrent zu: Weltmarktführer LinkedIn kündigt Funktionen an, die neue zahlende Kunden locken könnten.

Ganze 51 offene Stellen schreibt Facebook derzeit in der Europazentrale in Dublin aus, auch für einen Personalchef. Die anderen Posten werden überwiegend an Vertriebsprofis vergeben. Darunter sind Manager, die Verkaufsteams für einzelne Länder aufbauen sollen - auch für Deutschland.

Facebook verdient sein Geld mit Werbung. Weil Nutzer viele Informationen über sich auf die Kontakt-Plattform stellen, können Firmen ihre Werbung zielgenau verteilen - etwa an verheiratete männliche Fans der Film-Reihe "Star Wars". Das macht Facebook für Werbung attraktiv: 1,3 Mrd. Dollar setzt Facebook 2010 nach Schätzungen um. Der deutsche Online-Werbemarkt wächst 2010 nach Angaben des Verbands BVDW brutto um 19 Prozent auf über fünf Mrd. Euro.

Vorbild der Facebook-Manager ist Google: Auch der Internet-Konzern hat Europas Anzeigenmarkt über eine Zentrale im Niedrigsteuerland Irland erschlossen. In Deutschland arbeiten seine Werbeverkäufer überwiegend in Hamburg. Facebook hat am dortigen Rathausmarkt erst Anfang 2010 sein Landes-Büro eröffnet, in Dublin ist das Netz seit Ende 2008 aktiv.

Auch die heftige deutsche Diskussion um den Google-Straßendienst Streetview beobachten die Amerikaner offenbar genau: Obwohl das Hamburger Büro bislang nur wenige Vertriebsmitarbeiter beherbergt, soll von hier aus künftig ein Datenschutzbeauftragter die kritische europäische Politik besänftigen. Ein neuer Sprecher soll zudem die deutschen Medien zu "positiver Berichterstattung" verleiten.

Bereits im vergangenen Monat hat sich Facebook in Köln näher an die Werbekunden herangetraut: Auf der führenden Online-Marketingmesse Dmexco zeigten sie in Seminaren, wie Firmen soziale Netze nutzen können. "Facebook ist das mächtigste Marketing-Werkzeug aller Zeiten", schwärmte Europa-Managerin Joanna Shields.

Zu den aktuellen Aufbauplänen wollte sich Facebook dagegen nicht äußern. Aussagen zur weiteren Entwicklung in Deutschland könne erst der - derzeit gesuchte - neue deutsche Sprecher machen, teilte Facebook gestern auf Anfrage mit.

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