Werbemarkt
RTL übertrumpft Pro Sieben Sat 1

Europas größter Fernsehkonzern RTL hat dem Erzrivalen Pro Sieben Sat 1 offenbar das Wasser am deutschen Werbemarkt abgegraben. RTL äußerte sich positiv zum deutschen Werbemarkt und gab sich auch für den Rest des Jahres zuversichtlich - ganz anders als Pro Sieben Sat 1.

HB DÜSSELDORF. Der RTL-Konkurrent hatte zu Jahresbeginn massive Probleme beim Verkauf von Werbezeiten und war in die roten Zahlen gerutscht. Pro Sieben Sat 1 kämpft derzeit mit Problemen. Vor allem die Quotenschwäche von Sat 1 macht Vorstandschef Guillaume de Posch Sorgen. Besserung erhofft er sich erst im zweiten Halbjahr. Das zweite Quartal werde in Deutschland zunächst aber einen weiteren Umsatzrückgang bringen. Der Werbemarkt werde in diesem Jahr allenfalls um ein Prozent zulegen, Pro Sieben Sat 1 werde aber selbst diesen kleinen Zuwachs nicht schaffen, hatte de Posch gesagt.

Für Pessimismus gebe es keinen Anlass, erklärte dagegen am Mittwoch in Luxemburg die umsatzstärkste Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann, ohne aber eine konkrete Prognose abzugeben. Vom Optimismus von RTL profitierten am Mittwoch auch die Aktien von Pro Sieben Sat 1. Sie gewannen zeitweise fast fünf Prozent auf 10,55 Euro und gehörten zu den größten Gewinnern im Nebenwerte-Index MDax. "Außerdem ist offenbar ein großer Käufer im Markt", erklärte ein Händler die überdurchschnittlichen Umsätze.

RTL steigerte vor allem dank der Kölner Senderfamilie (RTL, RTL2, SuperRTL, Vox, n-tv), die mit Formaten wie "Deutschland sucht den Superstar" bei jungen Zuschauern punktet, den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) im ersten Quartal um fast neun Prozent auf 188 Millionen Euro. In Frankreich und Großbritannien bekam der Konzern jedoch die Flaute in der Fernsehwerbung zu spüren. Die Erlöse gingen um zwei Prozent auf 1,34 Milliarden Euro zurück.

2007 hatte die RTL Group das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Geschichte verbucht. Die Aktionäre wurden daran mit einer Dividende von fünf Euro je Papier beteiligt. Insgesamt schüttete RTL 774 Millionen Euro aus, Hauptaktionär Bertelsmann kassierte davon allein 695 Millionen Euro.

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