Werbevermarktung der Privaten
RTL und der „Milliardentrick“

Der NDR greift die Werbevermarktung der Privaten an. Warum die ARD-Kritik sogar heilsame Wirkung haben könnte.

DÜSSELDORF. Die ARD entlarvt die Milliardendeals der privaten Konkurrenz im Werbegeschäft durch die von RTL erfundene Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. „Es ist ein Milliardengeschäft, ermöglicht durch einen simplen Trick“, tönt ein Sprecher während des NDR–Magazins „Zapp“ aus dem Off. Dazu flimmern die Logos von RTL und Sat 1 über den Bildschirm.

Der am Mittwoch kurz vor Mitternacht ausgestrahlte Beitrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) wirft der Bertelsmann-Tochter RTL vor, durch eine willkürliche Erfindung der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die Gewichte im hochrentablen Werbegeschäft zu eigenen Gunsten verschoben zu haben.

Der einstige RTL-Vermarktungschef Uli Bellieno erzählt vor den Kameras des Medienmagazins „Zapp“ freimütig, dass die Definition dieser Altersgruppe Anfang der 80er-Jahre ein „wunderbarer Vermarktungstrick“ des damaligen RTL-Chefs Helmut Thoma gewesen sei, um seinem 1984 gegründeten Sender die lukrativen Werbemillionen zu sichern. Thoma kopierte die Idee vom amerikanischen Privatsender ABC, der sich damit bereits auf dem US-Fernsehmarkt durchgesetzt hatte. „Manchmal sind auch Verzweiflungstaten genial“, resümiert der einstige RTL-Manager Bellieno.

Die Kritik aus dem ARD-Lager trifft RTL ins Mark. Schließlich ist der Privatkanal seit 16 Jahren die Nummer eins in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen. So eine Marktstellung will sich der Sender nicht gerne madig machen lassen. Die Empörung über den Beitrag ist daher in der Kölner Konzernzentrale groß. Deutschland größter Privatsender wirft der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz Propaganda vor. „Da geht Hofberichterstattung in Serie“, heißt es bei RTL.

Seite 1:

RTL und der „Milliardentrick“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%